Die Überquerung der Freundschaftsbrücke, die Ciudad del Este mit Foz do Iguaçu verbindet, ist für Tausende Menschen zu einer Geduldsprobe geworden. An normalen Tagen beträgt die Wartezeit zwischen 30 Minuten und einer Stunde, doch an Tagen mit hohem Handelsaufkommen oder an Wochenenden kann die Strecke je nach Intensität der Kontrollen durch die brasilianische Bundessteuerbehörde mehr als drei Stunden in Anspruch nehmen.
Das am 27. März 1965 offiziell eingeweihte Stahlbetonbauwerk kann den heutigen Strom an Personen, Fahrzeugen und Waren nicht mehr aufnehmen. Täglich überqueren mehr als 45.000 Fahrzeuge den Ort, was einen „großen Flaschenhals“ schafft, der Handel und Tourismus in der Region des Dreiländerecks beeinträchtigt.
„Eines der großen Probleme ist der große Flaschenhals. Eine einzige verstopfte Brücke, über die täglich 45.000 Fahrzeuge fahren. Wenn man das entlastet, wird sich vieles verbessern“, erklärte der Bürgermeister von Ciudad del Este. Der Bürgermeister betonte, dass die Anbindung heute eine der größten Herausforderungen für die Hauptstadt von Alto Paraná sei.
Die Folgen sind auf beiden Seiten der Grenze sichtbar: kilometerlange Staus auf der BR-277 auf brasilianischer Seite und permanente Verkehrsbehinderungen auf der Ruta PY02 in Paraguay sowie die Sättigung des Mikrozentrums von Ciudad del Este. Der Betriebskollaps verschärft sich in Monaten wie Juli, während der brasilianischen Ferien, und im November, zum Black Friday.
Inmitten des Chaos haben sich Motorräder als schnellste Alternative etabliert. Rund 3.000 legal zugelassene Mototaxis sind auf beiden Seiten der Brücke im Einsatz und befördern Arbeiter, Touristen und Einkäufer, die den langen Wartezeiten entkommen wollen. Internationale Influencer wie Luisito Comunica und Planeta Juan haben den Dienst bereits genutzt, um schnell nach Paraguay einzureisen, und zeigten so die intensive Grenzdynamik der Welt.
Das enorme Motorradaufkommen bringt jedoch auch neue Probleme mit sich: schleppenden Verkehr, häufige Unfälle und Schwierigkeiten für Fußgänger. Während der vollständige Betrieb der Integrationsbrücke als größte Hoffnung zur Verkehrsentlastung noch nicht verwirklicht ist, erleben Tausende Menschen weiterhin eine wahre Odyssee auf den 552 Metern über dem Paraná-Fluss.