Der 32-jährige Landwirt Almir de Brum wurde am Donnerstag, dem 4., nach mehr als drei Monaten Gefangenschaft durch die selbsternannte bewaffnete Gruppe Ejército del Pueblo Paraguayo (EPP) freigelassen. Er befindet sich bereits in seinem Zuhause, geschützt von seiner Familie und unter Bewachung der staatlichen Sicherheitskräfte.
De Brum war am 21. Februar entführt worden, während er auf seiner Farm in der Region Yerutí im Departamento Canindeyú arbeitete. Die EPP hinterließ am Tatort Flugblätter, in denen sie die Entführung für sich beanspruchte. Die ersten nach der Wiedervereinigung mit seiner Familie veröffentlichten Bilder zeigen den jungen Mann deutlich abgemagert, mit langem Haar und Bart sowie Verletzungen an Beinen und Knien, was darauf hindeutet, dass er während der Gefangenschaft extremen Bedingungen ausgesetzt war.
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag im Mburuvicha Róga bestätigte Verteidigungsminister Óscar González, dass die Befreiung dank monatelanger Geheimdienstarbeit möglich wurde. Der Landwirt wurde in einem Naturschutzgebiet gefunden – vermutlich im Bosque Mbaracayú oder Morombi, beide in Canindeyú – und die Behörden erklärten, dass kein Lösegeld für seine Freilassung gezahlt wurde.
„Die Terrorgruppe hatte keine Gelegenheit, sich innerhalb des Reservats, in dem unser Landsmann festgehalten wurde, zu formieren“, sagte González. Der Minister hob die gemeinsame Arbeit der Streitkräfte, der Nationalen Antidrogenbehörde (SENAD), der Nationalpolizei und der Staatsanwaltschaft hervor, vermied jedoch Details zum Einsatz mit der Begründung, dass die Operationen in der Region weiterhin laufen.
Präsident Santiago Peña feierte die Freilassung in einer Botschaft in den sozialen Medien. „Almir de Brum lebt, ist frei und zu Hause. Zu wissen, dass er jetzt bei seiner Familie ist und sie umarmt, erfüllt uns mit großer Freude“, erklärte er. Der Staatschef gab an, besondere Sicherheitsmaßnahmen für den Landwirt angeordnet zu haben und bekräftigte die Fortsetzung der Einsätze gegen kriminelle Organisationen im Norden des Landes.
„Die Aufgabe endet nicht mit dieser Befreiung. Wir werden unermüdlich weiterarbeiten, um die Paraguayer zu schützen und Frieden in jeder Ecke des Landes zu gewährleisten“, sagte Peña. Der Fall hatte seit Februar Familienangehörige, Behörden und Landwirte der Region in Atem gehalten und sowohl in Paraguay als auch in Brasilien für Aufsehen gesorgt.