Der Dollar fiel am 24. September in Paraguay auf rund 5.890 Guaraníes im Verkaufskurs – ein Niveau nahe dem Stand von Ende 2018. Der Rückgang hat die Sorge des paraguayischen Landwirtschaftsverbands (ARP) erneut verstärkt. Der Verband schätzt die Auswirkungen der Aufwertung des Guaraní auf den Wert der Viehproduktion auf 2,06 Billionen Guaraníes, umgerechnet rund 349 Millionen US-Dollar.
Die Zahlen unterscheiden sich je nach Markt und Bezugszeitpunkt. Am 23. September wurde der Kurs im Einzelhandel mit 5.800 Guaraníes für den Ankauf und 5.900 Guaraníes für den Verkauf angegeben. Die Daten der Zentralbank von Paraguay (BCP), der Währungsbehörde des Landes, wiesen für denselben Tag einen Schlusskurs am Interbankenmarkt von 5.924,25 Guaraníes sowie bei einer stündlichen Erhebung 5.908,50 Guaraníes aus. Am folgenden Tag erreichte der Verkaufskurs nach Marktdaten rund 5.890 Guaraníes.
Die historische Zeitreihe der BCP zeigt das Ausmaß des Rückgangs: Im April 2025 erreichte der Dollar einen Monatsdurchschnitt von 8.006 Guaraníes, zum Jahresende lag er bei 6.725 und im August 2026 bei 5.975 Guaraníes. Der aktuelle Kurs nähert sich den Monatsdurchschnitten von September bis Dezember 2018, die zwischen 5.855 und 5.954 Guaraníes lagen. Im September sank der Median der Wechselkurserwartungen der Marktteilnehmer für Ende 2026 auf 6.100 Guaraníes; für Oktober lag die Prognose bei 6.000.
Nach Einschätzung der ARP erhalten Exporteure für jeden mit Fleischverkäufen verdienten Dollar weniger Guaraníes, während Löhne, Kraftstoff, Dienstleistungen, Infrastruktur und Betriebsmittel weiterhin zu den Kosten vor Ort zählen. In der Mitteilung des Verbands heißt es, diese Differenz schmälere die Rentabilität, hemme Investitionen und begrenze die Erholung des Viehbestands – gerade zu einer Zeit, in der paraguayisches Fleisch Chancen auf internationalen Märkten findet.
Die Schätzung von 349 Millionen US-Dollar ist eine Bewertung des Sektors selbst und keine unabhängige Messung der Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Die Folgen sind zudem nicht für alle gleich: Ein fallender Dollar kann Verbrauchern und Unternehmen zugutekommen, die importierte Waren, Kraftstoffe oder Betriebsmittel kaufen. Zugleich setzt er diejenigen unter Druck, die Einnahmen in Fremdwährung erzielen und einen Teil ihrer Kosten in Guaraníes begleichen.
Die BCP betrachtet Wechselkursschwankungen als Teil des Marktgeschehens und räumt der Preisstabilität Vorrang ein. In der Debatte geht es daher um die Verteilungswirkungen der Aufwertung: Sie senkt den Wert der Exporterlöse in Landeswährung, verbilligt aber Einkäufe im Ausland. Für Unternehmen und Erzeuger mit Kosten in Guaraníes können der Wechselkurs und die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben vor Ort die Gewinnmargen und Investitionsentscheidungen beeinflussen.
