Zu wenig oder zu viel Schlaf beschleunigt die Alterung aller Organe, wie eine Studie zeigt

Eine Studie mit fast einer halben Million Menschen in Großbritannien zeigt, dass weniger als 6 Stunden oder mehr als 8 Stunden Schlaf pro Nacht mit einer beschleunigten biologischen Alterung in 17 Körpersystemen verbunden sind, darunter Gehirn, Herz und Lunge.

Eine neue, am 13. Mai in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass die Schlafdauer die Geschwindigkeit, mit der Organe altern, direkt beeinflussen kann. Wissenschaftler analysierten Daten von fast einer halben Million Menschen in Großbritannien und nutzten fortschrittliche „biologische Alterungsuhren“, die auf maschinellem Lernen basieren, um den Verschleiß in 17 Organsystemen zu messen – darunter Gehirn, Herz, Lunge, Leber und Immunsystem.

Der Hauptautor der Studie, Junhao Wen, Assistenzprofessor für Radiologie am Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York, erklärte, dass das Team organspezifische Alterungsuhren entwickelt habe. „Für die Leber haben wir zum Beispiel eine Alterungsuhr, die mit Proteindaten erstellt wurde, eine weitere mit Stoffwechseldaten und eine dritte mit Bilddaten“, sagte Wen. „Das ermöglicht es uns zu sehen, ob Schlaf eindeutig mit Alterungsuhren verbunden ist, die aus mehreren molekularen Ebenen abgeleitet wurden.“

Die Ergebnisse zeigten ein U-förmiges Muster: Menschen, die weniger als 6 Stunden oder mehr als 8 Stunden pro Nacht schliefen, zeigten Anzeichen einer schnelleren biologischen Alterung im gesamten Körper. Die gesündesten Muster wurden bei Personen beobachtet, die zwischen 6,4 und 7,8 Stunden pro Nacht schliefen.

Kurzer Schlaf war mit einem höheren Risiko für Depressionen, Angstzustände, Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen verbunden. Sowohl kurzer als auch langer Schlaf wurden mit Lungenproblemen – wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma – sowie Verdauungsstörungen wie Gastritis und saurem Reflux in Verbindung gebracht.

Die Forscher betonten, dass die Ergebnisse zeigen, wie tief der Schlaf mit der allgemeinen Körperfunktion verbunden ist und nicht nur mit der Gehirngesundheit. Wen erklärte, dass die Ergebnisse die Idee stützen, dass Schlaf eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Organgesundheit spielt, einschließlich des Stoffwechselgleichgewichts und eines gesunden Immunsystems. Zukünftige Studien sollten untersuchen, ob die Verbesserung der Schlafgewohnheiten dazu beitragen kann, die biologische Alterung in verschiedenen Organen zu verlangsamen.