Der Brandschutz muss bereits in den frühen Phasen des architektonischen Entwurfs integriert und während der gesamten Lebensdauer eines Gebäudes betriebsbereit gehalten werden, so die Auffassung des Ingenieurs Guillermo Cáceres, einem Spezialisten auf diesem Gebiet. Er warnt davor, dass Elemente wie Fluchtwege, geschützte Treppenhäuser, Brandabschnitte, Feuerschutztüren und Rauchkontrollsysteme ein intrinsischer Teil der Architektur sind. Wenn sie nicht von Anfang an geplant werden, führt ihre nachträgliche Einfügung zu komplexen Umplanungen und zusätzlichen Kosten.
Cáceres räumt ein, dass neue Bauprojekte in Paraguay die Prävention bereits häufiger berücksichtigen, betont jedoch die Herausforderung, die ältere Gebäude darstellen, die nach veralteten Kriterien errichtet wurden. Der Experte unterstreicht, dass die Sicherheit nicht nur von Planung und Installation abhängt, sondern auch von Inspektionen, Tests und regelmäßiger Wartung über die Jahre hinweg. "Ein System kann jahrelang ungenutzt bleiben und muss gerade deshalb regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass es im Notfall funktioniert", sagte er.
Ein weiterer angesprochener Punkt ist die Notwendigkeit, kommunale Verordnungen wie die Verordnung Nr. 468/14 von Asunción, die bereits zwölf Jahre alt ist, zu aktualisieren. Cáceres argumentiert, dass sich die Brandschutztechnik erheblich weiterentwickelt hat, mit neuen Technologien und Materialien, die die aktuellen Vorschriften nicht vollständig berücksichtigen. Er plädiert für eine Vereinheitlichung der Kriterien zwischen den Gemeinden, damit Gebäude mit demselben Risikoniveau ähnliche Anforderungen haben, unabhängig vom Standort. "Ziel der Aktualisierung ist es nicht, mehr zu fordern, sondern besser zu planen", erklärte er und fügte hinzu, dass moderne Normen zu effizienteren Projekten und größerer Rechtssicherheit führen können.
Diese Themen wird Guillermo Cáceres in der Konferenz "Vertikales Risiko: Herausforderungen des Brandschutzes in Hochhäusern" behandeln, die das Programm des Zweiten Internationalen Forums der Ingenieurwissenschaften (FIING) eröffnet. Die vom Paraguayischen Zentrum der Ingenieure (CPI) organisierte Veranstaltung findet am kommenden 23. Juli, dem Tag des Paraguayischen Ingenieurs, im Sitz der Organisation in Asunción statt. Das Forum wird auch Infrastruktur, erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz und andere für die Entwicklung des Landes relevante Themen diskutieren.
