Präsident des Conacyt warnt vor Risiken der KI in der paraguayischen Ingenieurswissenschaft

Der Präsident des Conacyt, Benjamín Barán, erklärte, dass künstliche Intelligenz die Ingenieurspraxis in Paraguay bereits mit praktischen Anwendungen verändert, warnte jedoch, dass ihre Risiken, wie die Erzeugung falscher Informationen, eine kritische menschliche Aufsicht erfordern.

Präsident des Conacyt warnt vor Risiken der KI in der paraguayischen Ingenieurswissenschaft

Künstliche Intelligenz verändert bereits die Praxis des Ingenieurwesens in Paraguay, mit konkreten Anwendungen in Logistik, industrieller Cybersicherheit, Sozialwohnungsprojekten, Energieeffizienz und sogar in der Entwicklung kleiner Satelliten. Diese Einschätzung gab der Präsident des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (Conacyt), Benjamín Barán Cegla, während seines Vortrags "KI und das Ingenieurwesen, Gegenwart und Zukunft" auf dem Internationalen Ingenieurforum (FIING 2026) bekannt, das vom Paraguayischem Ingenieurzentrum organisiert wurde.

Barán erläuterte, dass diese Werkzeuge es ermöglichen, Maschinenausfälle vorherzusehen, Tausende von Projektalternativen in kurzer Zeit zu vergleichen, Lieferketten zu optimieren, Softwarecode zu generieren und das Verhalten großer Infrastrukturen wie Brücken mittels "digitaler Zwillinge" zu simulieren. Er entwarf eine nahe Zukunft, in der KI-"Agenten" als Co-Designer neben menschlichen Ingenieuren bei der Entwicklung von Häusern, elektronischen Schaltkreisen und Industriesystemen agieren werden.

Der Präsident des Conacyt gab jedoch eine entscheidende Warnung: Generative Systeme der künstlichen Intelligenz weisen erhebliche Grenzen auf, die eine strenge menschliche Aufsicht erfordern. Er erklärte, dass KI "halluzinieren" könne, also falsche oder ungenaue Informationen erzeugen, und wie eine "Blackbox" funktionieren, bei der die interne Argumentation, die zu einer bestimmten Schlussfolgerung führte, nicht überprüfbar sei. Darüber hinaus könnten diese Werkzeuge Verzerrungen reproduzieren, die in den für ihr Training verwendeten Daten vorhanden sind.

Barán stellte Beispiele paraguayischer Forschung vor, die bereits KI zur Lösung praktischer Probleme einsetzt. Eines davon ist ein Logistikoptimierungssystem, das auf dem "Ameisenkolonie"-Algorithmus basiert und die optimale Anzahl von Fahrzeugen und die effizientesten Routen für die Warenverteilung in der Ostregion des Landes berechnet. Ein weiteres Projekt ist ein Intrusion-Detection-System für industrielle Netzwerke, das das übliche Systemverhalten überwacht, um anomale Aktivitäten zu erkennen und kritische Infrastrukturen wie Kraftwerke vor möglichen Cyberangriffen zu schützen.

Weitere Initiativen umfassen Forschungen zu CubeSats, kleinen modularen Satelliten für Experimente, und zum Entwurf von Sozialwohnungen. Im letzteren Fall wird KI verwendet, um mehrere architektonische Entwürfe zu vergleichen und dabei die beste Balance zwischen Kosten, Energieeffizienz, Funktionalität und Wohnbedingungen zu finden – Ziele, die oft miteinander in Konflikt stehen.

Angesichts des technologischen Fortschritts betonte Barán die Notwendigkeit für Fachleute, jede von KI-Systemen gemachte Empfehlung vor ihrer Anwendung kritisch zu validieren. Er warnte auch vor anderen Herausforderungen, wie der möglichen Preisgabe vertraulicher Daten auf externen Servern, dem Abbau administrativer Arbeitsplätze und dem Risiko einer Erosion des kritischen Denkens bei einer übermäßigen Delegation von Aufgaben.

Der vorgestellte Konsens ist, dass KI, obwohl sie ein mächtiges Werkzeug ist, das gekommen ist, um zu bleiben, ihr erfolgreicher Einsatz im Ingenieurwesen von der Kombination des technologischen Potenzials mit dem Wissen, der Erfahrung und dem kritischen Urteilsvermögen der Fachleute abhängen wird. Kontinuierliche Weiterbildung, die Schaffung regulatorischer Rahmenbedingungen und die Übernahme ethischer Grundsätze wurden als unverzichtbare Elemente für eine verantwortungsvolle Nutzung genannt.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 03.08.2026, 01:31