Die Staatsanwaltschaft Paraguays hat am Montag (18.) den Antrag auf 6 Jahre Haft für den ehemaligen Sportfunktionär Ramón González Daher formalisiert, der der Falschaussage beschuldigt wird. Der Antrag wurde von der Staatsanwältin Andrea Vera während der Schlussplädoyers des mündlichen und öffentlichen Prozesses vor den Richtern Fabián Weisensee, Laura Ocampo und Cândida Fleitas gestellt.
Laut Anklage hat González Daher im Mai 2021 vorsätzlich unter Eid gelogen, als er als Zeuge in einer Verleumdungsklage aussagte, die vom CONMEBOL-Präsidenten Alejandro Domínguez gegen den ehemaligen Funktionär José Medina Sagalés eingereicht wurde. Damals erklärte der Angeklagte der Richterin María Fernanda García de Zúñiga, er sei freiwillig vom Amt des Vizepräsidenten des paraguayischen Fußballverbandes (APF) zurückgetreten, um einen Rechtsstreit zu vermeiden, und behauptete, Opfer einer Verfolgung zu sein.
Offizielle Dokumente, die von der APF und der CONMEBOL übermittelt wurden, widersprechen jedoch dieser Version. Die Beweise zeigten, dass González Daher nicht aus eigenem Antrieb zurücktrat, sondern abgesetzt wurde, nachdem er eine von den internationalen Fußballstandards geforderte Integritäts- und Zuverlässigkeitsprüfung nicht bestanden hatte. Die Staatsanwältin führte aus, dass der ehemalige Funktionär eine angebliche Anzeige gegen sich bei der FIFA erfunden habe, die nie existierte – das Disziplinarverfahren war nur in einem Unterausschuss der CONMEBOL anhängig.
Darüber hinaus stellte die Anklage fest, dass González Daher log, als er behauptete, nie über die Ermittlungen des Regionalverbands informiert worden zu sein. Die im Prozess vorgelegten dokumentarischen Beweise bestätigten, dass er die Mitteilungen fristgerecht erhalten hatte und dass seine eigene Verteidigung sogar Rechtsmittel dagegen eingelegt hatte.
Das Gericht ordnete eine Pause an und setzte die Fortsetzung des Prozesses auf den 25. Mai mit den Schlussplädoyers an. González Daher verfolgt die Anhörungen per Videokonferenz aus dem Gefängnis, wo er bereits eine Hauptstrafe von 15 Jahren wegen Wuchers, Geldwäsche und falscher Anzeige verbüßt, sowie drei weitere Strafen zwischen 2023 und 2025 wegen Erpressung und Nötigung. Sollte er dieses neue Urteil erhalten, werden die Strafen gleichzeitig vollstreckt.