Fitch belässt Paraguay bei BB+ und sieht Zahlungsrückstände von 1,3 Milliarden US-Dollar als Hindernis für Investment-Grade-Status

Fitch belässt Paraguays Rating bei BB+ mit positivem Ausblick. Zahlungsrückstände von rund 1,3 Milliarden US-Dollar gegenüber Lieferanten und Unsicherheiten bei den Staatsfinanzen stehen dem Investment-Grade-Status im Weg.

Fitch belässt Paraguay bei BB+ und sieht Zahlungsrückstände von 1,3 Milliarden US-Dollar als Hindernis für Investment-Grade-Status

Fitch Ratings hat Paraguays Länderrating bei BB+ mit positivem Ausblick belassen. Zahlungsrückstände von rund 1,3 Milliarden US-Dollar gegenüber Lieferanten und Unsicherheiten über den finanzpolitischen Kurs stünden dem Investment-Grade-Status im Weg. Der Bericht der Agentur ist auf der Website von Fitch abrufbar.

Das Rating BB+ liegt auf der Skala von Fitch eine Stufe unterhalb des Investment-Grade-Bereichs. Moody’s verlieh Paraguay diesen Status 2024, S&P Global Ratings 2025; Fitch ist die einzige der drei großen Ratingagenturen, die das Land noch unterhalb dieser Schwelle einstuft. Der positive Ausblick deutet auf die Möglichkeit einer künftigen Verbesserung hin, ändert aber nichts an der aktuellen Einstufung.

Die Agentur schätzt die Zahlungsrückstände des Staates, die sich vor allem auf Verpflichtungen gegenüber Pharma- und Bauunternehmen konzentrieren, auf rund 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Fitch stellt einen Zusammenhang mit Rückständen aus dem Jahr 2023 und Abweichungen von der Fiskalregel seit 2019 her, die nach Einschätzung der Agentur die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Finanzen beeinträchtigt haben.

Das Gesetz über die fiskalische Verantwortung setzt die Defizitobergrenze bei 1,5 Prozent des BIP an. Die Regierung hat die Rückkehr zu dieser Obergrenze auf 2028 verschoben; für 2026 wird ein Defizit von 3,2 Prozent und für 2027 von 3,9 Prozent erwartet. Fitch prognostiziert für 2028 ein Defizit von rund 2 Prozent des BIP und damit mehr als das offizielle Ziel. Als Aufwärtsrisiken nennt die Agentur Sozialausgaben und Gehälter im öffentlichen Dienst. Zudem schätzt sie, dass die Staatsverschuldung, die 2025 von 37,5 auf 31,7 Prozent des BIP gesunken ist, bis 2028 auf 34,5 Prozent steigen wird.

Zu den institutionellen Faktoren zählt Fitch Paraguays Platzierung auf dem 39. Perzentil der Weltbank-Indikatoren zur Regierungsführung. Diese wird mit Schwächen bei institutioneller Leistungsfähigkeit und Rechtsstaatlichkeit sowie wahrgenommener Korruption in Verbindung gebracht. Auch die Reichweite der Caja-Fiscal-Reform, des öffentlichen Rentensystems, beurteilt die Agentur als begrenzt. Die Reform wurde im März 2026 nach Änderungen an den ursprünglich vorgeschlagenen Maßnahmen verabschiedet.

Die Wirtschaftsindikatoren wirken hingegen stabilisierend: Das BIP wuchs 2025 um 6,6 Prozent – der stärkste Zuwachs in Lateinamerika in jenem Jahr. Für 2026 erwartet Fitch ein Wachstum von 4,5 Prozent. Die Agentur hebt außerdem die vergleichsweise geringe Verschuldung, die internationalen Reserven und die diversifizierte Wirtschaft hervor. Santiago Peña sagte, Fitch habe „ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Analyseverfahren“ und es lasse sich nicht vorhersagen, wann eine Ratingagentur eine Einstufung ändere.

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Quellen (10)

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