Eine 49-jährige Frau wurde am Sonntag in der Grundschule Nr. 41 „Padre Fidel Maíz" im Stadtzentrum von Arroyos y Esteros bei den gleichzeitigen Vorwahlen festgenommen, nachdem sie mit sieben Personalausweisen aufgegriffen worden war, die ihr nicht gehörten. Die Festgenannte wurde als Josefina Sosa Mora identifiziert, eine Einwohnerin der Compañía Mainumby.
Ausgelöst wurde der Fall durch eine Anzeige des Wahlbeauftragten und Gesamtkoordinators des Wahllokals, Marcelino Ferreira, der die polizeiliche Einsatzgruppe der Staatsanwaltschaft alarmierte. Die Beamten stellten fest, dass die Frau die sieben Personalausweise bei sich trug, ohne den Besitz gegenüber den Behörden rechtfertigen zu können, was zu ihrer sofortigen Festnahme wegen Verdachts auf Stimmenkauf führte.
Die Staatsanwältin Fabiola Sosa von der Strafverfolgungseinheit Nr. 1 in Emboscada ordnete die Festnahme der Beteiligten sowie die Beschlagnahme der Dokumente und der bei ihr gefundenen Mobiltelefone an, die als Beweismittel für die Untersuchung sichergestellt wurden. Nach der Festnahme wurde Josefina Sosa Mora aufgrund einer Dekompensation zur medizinischen Untersuchung im Gesundheitszentrum von Arroyos y Esteros gebracht und anschließend in polizeiliche Verwahrung genommen.
Die Ermittlungen zielen darauf ab, festzustellen, ob politische Akteure hinter einem möglichen Stimmenkaufnetzwerk stehen. Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, die genauen Umstände des Sachverhalts durch Datenabgleich und die Vernehmung der Inhaber der beschlagnahmten Ausweise aufzuklären.
Der Fall legte Schwachstellen bei den Kontrollmechanismen offen, die in den Wahllokalen eingerichtet worden waren, da der Besitz von Ausweisen Dritter eine schwerwiegende Unregelmäßigkeit darstellen kann, die die Transparenz und das bürgerliche Vertrauen in den Wahlvollzug beeinträchtigen könnte.
Während des Wahltages registrierte die Staatsanwaltschaft zahlreiche Anzeigen und Vorfälle an verschiedenen Orten im Land, darunter Fälle des mutmaßlichen Gebrauchs fremder Ausweise zum Stimmengeben, unzulässige Wahlhilfe und weitere Vorkommnisse in Wahllokalen. In Fernando de la Mora wurde eine Person bei einem Einsatz der Staatsanwaltschaft festgenommen; in Villa Hayes wurde ein Bürger mit mehreren Ausweisen aufgegriffen; und in Luque ordnete die Staatsanwältin Sophía Galeano die Entfernung eines Rollstuhls aus dem Wahllokal an, der mutmaßlich dazu benutzt wurde, den unzulässigen Zugang zur Wahlkabine zu erleichtern.
Die Staatsanwältin Sandra Ledesma, Koordinatorin der für die Wahldeckung eingesetzten Beamten, teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft den Wahltag in Abstimmung mit der Nationalpolizei permanent überwacht und die Bevölkerung dazu aufrief, jeden Vorfall zu melden, der die Transparenz des Verfahrens gefährden könnte.