Das Colegio de Contadores del Paraguay fordert die DNIT auf, eine öffentliche Debatte über die Regelung zu führen, die sich auf Gewinne in Reserven auswirkt

Das Colegio de Contadores del Paraguay hat die DNIT – Paraguays Steuer- und Zollbehörde – aufgefordert, eine technische und öffentliche Debatte über die Resolution Nr. 49/2026 und ein mögliches Gesetzgebungsvorhaben zu führen, die die Gewinnrücklagen von Unternehmen betreffen. Der Berufsverband bemangelte mangelnde Klarheit bei den Vorschriften und forderte formelle Erläuterungen, bevor die Maßnahmen weiter vorangetrieben werden.

Das Colegio de Contadores del Paraguay hat die DNIT um die Eröffnung einer technischen und öffentlichen Debatte über die neuen Bestimmungen gebeten, die die Gewinnrücklagen von Unternehmen betreffen. Die Berufsorganisation kritisiert die mangelnde Klarheit der Regeln und fordert von der Steuerbehörde formelle Erläuterungen, bevor die Maßnahmen weiter vorangetrieben werden.

Im Mittelpunkt der Besorgnis steht die bereits in Kraft befindliche Resolution Nr. 49/2026 sowie ein mögliches Gesetzentwurf, das von der Regierung von Santiago Peña angekündigt wurde und die Verwaltung der freiwilligen Rücklagen durch Unternehmen verändern würde. Alba Talavera, Direktorin für Bildung des Colegio de Contadores, erklärte, in der Branche herrschen „viele Unklarheiten", und bislang habe es keine formelle und detaillierte Erklärung seitens der Behörden gegeben.

„Wir brauchen eine Erklärung, wir brauchen eine Debatte, denn wir sind die Betroffenen, vor allem die Steuerzahler und wir, die wir die Buchführung führen", sagte Talavera. Die Berufsvereinigung hat ein Schreiben an den nationalen Direktor der Steuerbehörde, Óscar Orué, gerichtet und ein Treffen im Sitz des Colegio beantragt, bei dem die Behörden die Ziele der Resolution und des möglichen Gesetzentwurfs erläutern sollen.

Zu den wichtigsten offenen Fragen zählen die Obergrenzen für die Bildung freiwilliger Rücklagen sowie die Angaben, die Unternehmen in den Anhängen zu den Finanzberichten machen müssen, einschließlich Herkunft, Alter und künftiger Verwendungszweck der Rücklagen. Angesichts fehlender spezifischerer offizieller Kriterien hat der Sektor selbst damit begonnen, fünf Berichtsmodelle auszuarbeiten, um die Anforderungen zu erfüllen.

Talavera betonte, dass der Sektor einer Zusammenarbeit mit dem Staat nicht ablehnenswert gegenüberstehe, aber klare Regeln und präzise Leitlinien fordere, um unterschiedliche Auslegungen zwischen Steuerzählern und Buchhaltungsfachleuten zu vermeiden. „Wenn es darum geht, dem Staat zu helfen, sind wir grundsätzlich bereit. Wichtig ist, dass wir klare, nachvollziehbare Regeln haben", wiederholte sie.

Letzte Woche erklärte Direktor Óscar Orué, dass die DNIT nicht beabsichtige, die Gewinnrücklagen zu regulieren, sondern vielmehr die Transparenz und die Informationsverfügbarkeit der Unternehmen verbessern wolle. Ziel sei es, eine einheitliche Informationsbasis zu schaffen, bevor tiefgreifendere Maßnahmen diskutiert würden. „Die geltende Regelung legt weder Grenzen für die Nutzung der Rücklagen noch sieht sie eine Besteuerung derselben zum Zeitpunkt ihrer Bildung oder ihrer Fortführung vor", betonte er. Zum Gesetzentwurf sagte er, dieser befinde sich in der technischen Prüfung und nicht in einer formellen Normungsentwicklung und sei bereits an das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) weitergeleitet worden.

Quellen (1)

Aktualisiert: 29.05.2026, 13:00