Ein Gericht hat am Donnerstag einstimmig den ehemaligen Leiter der Behörde zur Verhinderung von Geldwäsche (Seprelad), Óscar Boidanich, freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn angeklagt, die Strafverfolgung vereitelt zu haben, indem er mutmaßlich vorsätzlich die Übermittlung eines Finanzintelligenzberichts über den brasilianischen Geldwechsler Darío Messer verzögerte. Messer ist eine Schlüsselfigur im Fall Lava Jato und gilt als enger Vertrauter des Ex-Präsidenten Horacio Cartes.
Das mit den Richtern Darío Báez, Gloria Hermosa und Natalia Cacavelos besetzte Gremium sah den Tatbestand der Vereitelung der Strafverfolgung als nicht gegeben an. In ihrer Begründung betonten die Richter, dass es sich um ein Erfolgsdelikt handle und die Anklage beweisen müsse, dass Boidanichs Verhalten die Justiz tatsächlich an ihrer Arbeit gehindert habe. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall war, da Messer 2024 tatsächlich angeklagt und sein Vermögen eingezogen wurde.
Während des Prozesses hatte die Staatsanwaltschaft, vertreten durch den Beamten Francisco Cabrera, eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung unter der Leitung des Anwalts Claudio Lovera plädierte auf die Unschuld des Ex-Beamten. Sie argumentierte, es habe keine strafbare Handlung gegeben und Boidanich habe niemals eine Anweisung zur Verzögerung des Berichts erteilt.
In seinen letzten Worten vor der Urteilsberatung bestritt Boidanich jede böswillige Absicht. "Es gab von meiner Seite niemals eine böswillige Absicht oder die Absicht einer Verzögerung. Ich bitte um Gerechtigkeit", erklärte er vor Gericht.
Nach der Urteilsverkündung kritisierte Richter Darío Báez das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. "Mit dieser Entscheidung machen wir deutlich, dass die Arbeit der Staatsanwaltschaft nicht gut, nicht korrekt ausgeführt wurde", sagte er. Er erläuterte, dass der Bericht über Messer den normalen internen Weg bei der Seprelad durchlaufen habe, einschließlich einer juristischen Prüfung, und dass Boidanich während eines Teils dieses Zeitraums aus gesundheitlichen Gründen abwesend war. Nach seiner Rückkehr im April 2018 habe der ehemalige Leiter das Dokument umgehend unterzeichnet und versandt.
Der Verteidiger Claudio Lovera begrüßte die Entscheidung, wies jedoch darauf hin, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig sei, da die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen könne. "Der Prozess diente dazu, die Umstände objektiv aufzuklären", sagte er und fügte hinzu, die Anklageversion sei "sehr abstrakt" gewesen und habe den vorgelegten Beweisen nicht standgehalten.
Boidanich seinerseits sagte, das achtjährige Verfahren habe sein persönliches und berufliches Leben schwer beeinträchtigt. Er führte die Anklage auf ein "Medienfeuer" von regierungskritischen Pressekreisen während der Amtszeit von Horacio Cartes zurück.
