Gesuchter Unternehmer flieht in Paraguay vor Auslieferung an Brasilien wegen Mordes

Der brasilianische Unternehmer Luciano Pampado Casquel, der in Paraguay auch als Luciano Pereira Castelo bekannt ist, ist nach einem paraguayischen Haftbefehl zur Auslieferung an Brasilien untergetaucht. Dort wird er wegen Mordes gesucht, nachdem er in Asunción mit einer Pistole einen Lkw-Fahrer bedroht hatte.

Gesuchter Unternehmer flieht in Paraguay vor Auslieferung an Brasilien wegen Mordes

Der brasilianische Unternehmer Luciano Pampado Casquel, der in Paraguay unter dem Namen Luciano Pereira Castelo auftritt, ist auf der Flucht, nachdem ein paraguayisches Gericht am 8. September seine Festnahme zur Auslieferung an Brasilien angeordnet hatte. Als die Polizei die Anordnung in seinem Wohnsitz in Lambaré vollstrecken wollte, war er bereits nicht mehr auffindbar. Nach Erkenntnissen der Ermittler könnte er sich nach Argentinien abgesetzt haben.

Casquel, 68, geriet ins Visier der Behörden, nachdem ein am 28. August aufgenommenes Video zeigte, wie er vor der St. Anne’s School im Stadtteil Mbocayaty in Asunción mit einer Pistole einen paraguayischen Lkw-Fahrer bedrohte. Der Fahrer hatte sich darüber beschwert, dass ein Toyota Fortuner die Durchfahrt blockierte.

Das Kennzeichen des Fahrzeugs ermöglichte der Generaldirektion für Kriegsmaterial (Digemabel), einer militärischen Behörde für Waffen- und Rüstungskontrolle, die Identifizierung des Halters. Am 1. September suchten Beamte Casquels Wohnsitz auf. Am Folgetag beschlagnahmte die Ermittlungsabteilung der Polizei den Toyota Fortuner, traf den Unternehmer jedoch nicht an.

Casquel erschien in Begleitung seines Anwalts direkt bei der Staatsanwaltschaft. Die zuständige Staatsanwältin María del Carmen Palazón ordnete weder seine Festnahme an noch erhob sie Anklage wegen des Vorfalls. Stattdessen genehmigte sie die Rückgabe des Fahrzeugs. Die stellvertretende Staatsanwältin Claudia Vera Castro soll das Verfahren persönlich geleitet und sich mit Polizisten gestritten haben, die eine vorläufige Festnahme befürworteten.

Die Beamten informierten die Vertreterinnen der Staatsanwaltschaft darüber, dass der als Luciano Pereira Castelo bekannte Mann in Wirklichkeit Luciano Pampado Casquel sei, der in Brasilien wegen eines qualifizierten Mordes gesucht werde. Die Tat soll sich am 9. Oktober 1987 auf einer Farm in São Manuel im Bundesstaat São Paulo ereignet haben. Laut den in der Berichterstattung erwähnten Dokumenten wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er einen 19-jährigen Jugendlichen erstochen hatte, floh jedoch vor Verbüßung der Strafe aus Brasilien.

Der Fall wirft auch Fragen zu Casquels langjährigem Aufenthalt unter paraguayischer Identität auf. Er soll seit etwa 30 Jahren im Land leben und Geschäfte mit Fahrzeugimporten, Autowaschanlagen und anderen Unternehmungen betreiben. Im Jahr 2010 fand die Polizei bei einer Razzia in seinem Autohaus einen gefälschten paraguayischen Ausweis, das damals wegen des Verdachts auf Geldwäsche untersucht wurde. Das Verfahren wurde jedoch nicht weiterverfolgt.

Vor dem Haftbefehl hatte der Unternehmer einen vorbeugenden Haftprüfungsantrag gestellt, um weitere polizeiliche Maßnahmen und eine mögliche Auslieferung zu verhindern, doch das Gesuch wurde abgelehnt. Die Verzögerung zwischen seinem Erscheinen bei der Staatsanwaltschaft und der gerichtlichen Entscheidung ermöglichte ihm die Flucht. Der Vorfall verbindet eine aktuelle Anzeige wegen bewaffneter Bedrohung mit einem internationalen Auslieferungsersuchen und wirft Fragen zur Handlungsweise der paraguayischen Behörden auf.

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Quellen (2)

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