Historische Dokumente untermauern die paraguayische Position im Grenzstreit mit Brasilien

Historische Dokumente, einschließlich Verträge und Arbeiten gemischter Kommissionen seit 1872, untermauern die Position Paraguays im Grenzstreit mit Brasilien um den Salto del Guairá, ein Prozess, bei dem noch Abschnitte abzugrenzen sind.

Historische Dokumente untermauern die paraguayische Position im Grenzstreit mit Brasilien
KI-generierte Illustration.

Die Festlegung der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien war das Ergebnis eines langen historischen Prozesses, der diplomatische Verhandlungen, internationale Abkommen und intensive Feldarbeit durch gemischte Grenzmarkierungskommissionen über Jahrzehnte hinweg vereinte. Diese Dokumentation wurde zur grundlegenden Basis für die paraguayische Position in der Kontroverse um den Salto del Guairá.

Der Ausgangspunkt war der Loizaga-Cotegipe-Grenzvertrag, der am 9. Januar 1872 in Asunción unterzeichnet wurde. Er definierte die Grenzlinie und schuf die Einrichtung von Kommissaren, die für die Markierung verantwortlich waren. Die erste Gemischte Grenzkommission, bestehend aus paraguayischen und brasilianischen Vertretern, war zwischen 1872 und 1874 tätig, bereiste die Grenze, erstellte Karten und errichtete die ersten Grenzsteine.

Unter den Protagonisten dieser Anfangsphase ragte der Fregattenkapitän Domingo Antonio Ortiz hervor, ein Veteran des Tripel-Allianz-Krieges, der als erster paraguayischer Kommissar ernannt wurde. Er arbeitete mit seinem brasilianischen Amtskollegen, Rufino Enéas Gustavo Galvão, zusammen und setzte den ersten Grenzstein am Río Apa.

Eine der anfänglichen Herausforderungen war die Identifizierung der Hauptquelle des Río Apa, eine Frage, die durch das Protokoll vom 7. Januar 1874 gelöst wurde. Es erkannte den Arroio Estrella als Ursprung an und legte präzise geografische Koordinaten für die Markierung fest.

Der Prozess erhielt neuen Schwung durch den Ergänzenden Grenzvertrag von 1927 und das Protokoll mit Instruktionen für die Demarkation und Charakterisierung der Grenze von 1930. Diese reorganisierten die Arbeiten und schufen die Gemischte Kommission für Grenzziehung und -charakterisierung zwischen Paraguay und Brasilien.

Die Kontroverse um den Salto del Guairá entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Ländern. Während Brasilien darauf beharrte, dass der gesamte Wasserfall ihm gehöre und die Grenze bereits markiert sei, entstanden in Paraguay verschiedene historische und rechtliche Interpretationen über die Souveränität über dieses geografische Merkmal.

Der Historiker Efraím Cardozo vertrat die Ansicht, dass der Vertrag von 1872 die Souveränität über den Salto del Guairá nicht ausdrücklich Brasilien zugesprochen habe und Paraguay die historische Hoheitsgewalt behalte. Der Jurist Juan José Soler argumentierte hingegen, der Wasserfall müsse als Teil eines internationalen Flusses betrachtet werden und stelle ein gemeinsames geografisches Merkmal dar.

Diese Interpretationen beeinflussten die offizielle Position, die das paraguayische Außenministerium in der Note D.P.I. Nr. 712 vom Dezember 1965 einnahm. Dieses Dokument konsolidierte die Haltung des Landes in der Grenzkontroverse.

Bis heute verbleiben etwa 8 Kilometer im Gebiet des Refúgio Biológico de Mbaracayú unmarkiert. Dies zeigt, dass der Prozess der Grenzziehung zwischen Paraguay und Brasilien eine fortlaufende Aufgabe der technischen und diplomatischen Zusammenarbeit bleibt.

Quellen (1)

Aktualisiert: 27.07.2026, 01:43