Horacio Cartes strebt Wiederwahl als Vorsitzender der Colorado-Partei in Paraguay an

Horacio Cartes will erneut Vorsitzender der paraguayischen Colorado-Partei werden, während die Regierungsfraktion mit Vorwürfen innerparteilicher Spaltungen und politischen Manövern im Abgeordnetenhaus konfrontiert ist, um ein umstrittenes Gesetz zur Begleichung von Schulden durchzusetzen.

Horacio Cartes strebt Wiederwahl als Vorsitzender der Colorado-Partei in Paraguay an

Horacio Cartes, ehemaliger Präsident Paraguays und aktueller Führer der Bewegung Honor Colorado, hat seine Kandidatur für die Wiederwahl zum Vorsitzenden des Führungsgremiums der Asociación Nacional Republicana (ANR), der Colorado-Partei, bestätigt. Die Ankündigung erfolgte während eines Treffens mit Abgeordneten der Regierungsfraktion in der Residenz des Politikers. Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Raúl Latorre, erklärte, die Parlamentarier hätten Cartes aufgefordert, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, und dieser habe die Nominierung angenommen. Latorre beschrieb die Stimmung in der Partei als einig und harmonisch.

Der Generalsekretär der Partei, Eduardo González, bestätigte diese Information und erklärte, Cartes sei „voller Energie“ und entschlossen, eine zweite Amtszeit an der Spitze der Partei anzustreben. González betonte, der Parteichef fühle sich in seiner Rolle wohl und glaube, dem Colorado-Lager eine weitere Chance ermöglichen zu können. Die nächsten innerparteilichen Wahlen zur Bestimmung der Parteiführung und der Kandidaten für die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 2028 sind für Dezember 2027 geplant.

Unterdessen versuchte die Gouverneurin von Paraguarí, Norma Zárate, jegliche Spekulationen über innerparteiliche Spannungen zu zerstreuen, nachdem die Mehrheit der coloradistischen Gouverneure einer Veranstaltung zur Vorstellung der Kandidaten der Liste 1 am vergangenen Wochenende ferngeblieben war. Zárate führte die Abwesenheiten auf persönliche Verpflichtungen, Reisen, gesundheitliche Gründe oder bereits bestehende institutionelle Pflichten zurück und wies entschieden zurück, dass es sich um eine Rebellion oder Verschwörung handle. Sie erklärte, nur vier der fünfzehn Gouverneure seien erschienen, betonte jedoch, dass alle weiterhin Horacio Cartes, Präsident Santiago Peña und Vizepräsident Pedro Alliana unterstützten.

Die Einheit im Vorfeld der Kommunalwahlen am 4. Oktober wurde als unmittelbare Priorität dargestellt. Zárate erklärte, das aktuelle Ziel sei es, „Paraguay rot einzufärben“, indem die Mehrheit der Bürgermeisterämter gewonnen werde – eine Grundlage für die nationalen Wahlen 2028.

Doch es gibt auch andere Spannungsfelder. Der Abgeordnete Alejandro Aguilera (ANR-Honor Colorado) äußerte sich zu Spekulationen über die Zusammensetzung des Präsidentschaftsteams mit Pedro Alliana im Jahr 2028. Er nannte den Gouverneur von Guairá, César „Césarito“ Sosa, als vom Gouverneursrat vorgeschlagenen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft, betonte jedoch, dass die endgültige Entscheidung bei Alliana liege. Aguilera spielte Berichte über Konflikte herunter und bezeichnete sie als „Medieninszenierung“.

Parallel dazu erlebte die Abgeordnetenkammer einen Tag voller politischer Manöver. Eine reguläre Sitzung wurde wegen Beschlussunfähigkeit beendet, nachdem Präsident Raúl Latorre die Anwesenheitskontrolle ungewöhnlich pünktlich durchgeführt hatte. Unmittelbar danach berief Latorre eine Sondersitzung ein, in der überraschend ein umstrittenes Gesetzesvorhaben zur Begleichung von Zinsschulden gegenüber Straßenbaufirmen auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Das Projekt, das bereits vom Senat gebilligt wurde, steht in der Kritik, weil unklar ist, wie hoch die Gesamtschuld tatsächlich ist – Schätzungen schwanken zwischen 40 und 100 Millionen US-Dollar – und welche Zeiträume davon betroffen sind. Der oppositionelle Abgeordnete Diosnel Aguilera (PLRA) hatte bereits detaillierte Informationen zu dieser Schuld angefordert, die die Exekutive jedoch noch nicht vorgelegt hat.

Abgeordneter Alejandro Aguilera kündigte zudem an, dass in der Regierungsfraktion kein Konsens über einen Kredit in Höhe von 75 Millionen US-Dollar für Straßenbauprojekte in sieben Departements bestehe. Er plädierte für eine gerechtere Verteilung der Mittel.

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Quellen (7)

Aktualisiert: 05.08.2026, 01:07