Richter Humberto Otazú überweist Miguel Prieto im Fall Tajy vor Gericht

Der Wirtschaftsstrafrichter Humberto Otazú hat entschieden, den ehemaligen Bürgermeister von Ciudad del Este, Miguel Prieto, und sechs weitere Angeklagte wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei Lebensmittelkäufen während der Pandemie vor Gericht zu stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen einen Schaden von 306.188.500 Guaraníes für die Stadtkasse vor. Prieto bestreitet die Vorwürfe und spricht von politischer Motivation hinter dem Verfahren.

Richter Humberto Otazú überweist Miguel Prieto im Fall Tajy vor Gericht

Der Wirtschaftsstrafrichter Humberto Otazú hat die von den Verteidigern eingereichten Anträge abgelehnt und die Anklage gegen den ehemaligen Bürgermeister von Ciudad del Este, Miguel Prieto, sowie sechs weitere Angeklagte im Fall Tajy zugelassen. Damit geht das Verfahren in die Phase der mündlichen und öffentlichen Hauptverhandlung über. Dies ist ein prozessualer Schritt und keine Verurteilung.

Die Staatsanwaltschaft wirft Prieto Vertrauensbruch, eigennützige Verwaltung und Bildung einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit einem städtischen Vertrag aus dem Jahr 2020 vor. Dieser sah die Beschaffung von Materialien für die Herstellung von Brot und Lebensmittelpaketen während der Pandemie vor. Laut Anklage sei das Notvergabeverfahren zugunsten des Unternehmens Tajy Servicios Generales manipuliert worden.

Die Staatsanwälte argumentieren, das Unternehmen habe weder die wirtschaftliche noch die technische Kapazität oder ausreichende Lagerbestände besessen, um den Vertrag zu erfüllen. Zudem sei ein Teil der von der Stadtverwaltung Ciudad del Este bezahlten Waren nicht geliefert worden. Einem Bericht zufolge war das Unternehmen zuvor im Bau von artesischen Brunnen tätig. Der mutmaßliche Schaden für die Stadtkasse wird auf 306.188.500 Guaraníes beziffert.

Staatsanwalt Silvio Corbeta erklärte, die Prüfungen des paraguayischen Rechnungshofs und der Nationalen Direktion für öffentliche Auftragsvergabe hätten die eingeschränkten Möglichkeiten des Lieferanten sowie Unstimmigkeiten bei der Abwicklung aufgezeigt. Er bestätigte zudem, dass die von den Verteidigern eingereichten Anträge abgelehnt und keine der strafrechtlichen Vorwürfe in dieser Phase fallen gelassen worden seien.

Drei weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten die ihnen von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Taten eingeräumt und eine bedingte Verfahrenseinstellung erhalten, so Corbeta. Prieto und die sechs weiteren Angeklagten müssen sich nun vor Gericht verantworten.

Prieto weist die Vorwürfe zurück. Der Ex-Bürgermeister behauptet, die Materialien seien geliefert worden, und kündigte an, seine Unschuld im Prozess beweisen zu wollen. Zudem vertritt er die Auffassung, das Verfahren sei politisch motiviert. Diese Behauptung stammt von der Verteidigung und wurde durch die richterliche Entscheidung nicht bestätigt.

Corbeta wies zudem Spekulationen zurück, wonach der Prozess bis 2027 verschoben worden sei. Der ursprünglich für Mai geplante Zeitplan sei aufgrund der Arbeitsbelastung des Gerichts auf August verlegt worden, erklärte der Staatsanwalt.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 05.08.2026, 01:07