Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) plant, zwischen 1 und 2 Millionen US-Dollar für den Kauf vierbeiniger Spot-Roboter von Boston Dynamics auszugeben. Der Erwerb befindet sich noch in der Planungsphase; Dokumente des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS) nennen weder die Zahl der Einheiten noch den endgültigen Wert.
Die Geräte sollen bei Inspektionen, Erkundungen und Risikobewertungen eingesetzt werden, bevor Einsatzkräfte gefährliche, beengte, instabile oder schwer zugängliche Orte betreten. Das Projekt umfasst auch Einsätze im Zusammenhang mit Grenzsicherheit und dem Schutz von Infrastrukturen.
Spot kann Treppen steigen und schwieriges Gelände durchqueren. Je nach Ausstattung kann der Roboter 360-Grad-Kameras, Sensoren und einen Roboterarm erhalten, der Gegenstände bewegen und Türen öffnen kann. Durch die Fernsteuerung kann ein Bediener die Umgebung untersuchen, ohne sich körperlich zu exponieren.
Der Grundpreis für eine Einheit wird auf etwa 75.000 US-Dollar geschätzt. Sensoren, Kameras, Roboterarme und weiteres Zubehör können die Kosten jedoch deutlich erhöhen. Deshalb lässt sich aus der Obergrenze von 2 Millionen US-Dollar nicht ableiten, wie viele Roboter gekauft würden.
Der Einsatz solcher Roboter durch US-Sicherheitsbehörden ist nicht beispiellos. Der Secret Service der Vereinigten Staaten hat Spot-Einheiten bereits bei Sicherheitseinsätzen verwendet. Aufnahmen von Robotern, die 2024 Mar-a-Lago, Donald Trumps Wohnsitz und Privatclub in Florida, patrouillierten, stießen auf große Resonanz. Zudem gibt es dokumentierte Einsätze bei Ermittlungen im Zusammenhang mit Sprengstoffen, bei Rettungsaktionen und bei Konfrontationen mit hohem Risiko.
Boston Dynamics erklärt, seine Roboter sollten nicht als Waffen eingesetzt werden, und untersagt ihre Bewaffnung. Der mögliche Kauf durch ICE verstärkt dennoch eine Debatte, die nicht allein von der Fähigkeit zum Schießen oder Angreifen abhängt: Eine Maschine, die dafür ausgerüstet ist, zuerst in eine Umgebung einzudringen, sie zu beobachten, Daten zu übertragen und Gegenstände zu bewegen, kann bereits Entscheidungen von Bedienern aus der Distanz beeinflussen.
Der technologische Fortschritt umfasst auch Roboter, die Lasten transportieren, Werkzeuge verwenden und mit Menschen arbeiten können. Boston Dynamics entwickelt zudem humanoide Modelle, während andere Unternehmen ähnliche Maschinen für Fabriken, Lagerhäuser und Hausarbeiten ausrichten. Im Fall von ICE ist die unmittelbar vorgesehene Folge jedoch spezifischer: Ein Teil der Erkundung von Bereichen, die Einsatzkräfte gefährden könnten, soll auf ein ferngesteuertes System übertragen werden.
