Der Immobiliensektor ist der größte Empfänger ausländischer Direktinvestitionen in Paraguay und vereinte zwischen 2008 und 2024 44 % der registrierten Kapitalzuflüsse, wie ein Bericht der Zentralbank Paraguays (BCP) zeigt. Die Studie „Charakterisierung der Direktinvestitionen (DI) in Paraguay: Eine sektorale Analyse“ stellt fest, dass der nichtfinanzielle Dienstleistungssektor – zu dem Handel, Verkehr, Telekommunikation und Immobilien gehören – im genannten Zeitraum etwa 4,4 Milliarden US-Dollar anzog und eine durchschnittliche Rendite von 15 % erzielte.
Die verarbeitende Industrie folgt mit 26 % der Investitionen, was 2,64 Milliarden US-Dollar entspricht. Dieser Sektor wird durch die Produktion von Fleisch, Pflanzenölen, pharmazeutischen Erzeugnissen, Chemikalien und Autoteilen angetrieben und weist eine starke Exportorientierung auf, mit durchschnittlichen Ausfuhren von 2,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Der Finanzsektor, darunter Banken und Versicherungen, machte 20 % der Zuflüsse aus, mit einer Rendite von fast 20 % und einer Nettomarge von 28 % im Jahr 2024.
Der Primärsektor, der Viehzucht, Forstwirtschaft und Landwirtschaft umfasst, erhielt lediglich 10 % der Direktinvestitionen. Der Bericht hebt hervor, dass die Zahl der Unternehmen mit ausländischem Kapital im Land zwischen 2008 und 2024 von 44 auf 192 stieg, mit einem Expansionshöhepunkt zwischen 2012 und 2016, als die Nettozuflüsse über eine Milliarde US-Dollar lagen.
Paraguay verzeichnete im analysierten Zeitraum durchschnittlich 590 Millionen US-Dollar an jährlichen Direktinvestitionen, was 1,6 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Die Zentralbank führt einen Teil dieser Entwicklung auf institutionelle Reformen zurück, warnt jedoch, dass Herausforderungen wie mangelhafte Infrastruktur, Rechtsunsicherheit und geringe institutionelle Effizienz die Wirkung der Kapitalzuflüsse auf die Wirtschaft und die Exporte weiterhin begrenzen.
