Die Versorgungskrise im Instituto de Previsión Social (IPS) hat sich in den letzten Tagen verschärft, mit Berichten von Patienten, die gezwungen sind, grundlegende Medikamente und Verbrauchsmaterialien selbst zu kaufen. Das Problem, das bereits chronisch ist, veranlasste die Direktion, einen Notfallplan und eine drastische Überarbeitung des institutionellen Arzneimittelverzeichnisses anzukündigen.
Der Präsident des IPS, Isaías Fretes, der sein Amt am 22. April nach dem Rücktritt von Jorge Brítez antrat, bestätigte die Streichung von fast tausend Artikeln (darunter Medikamente und Verbrauchsmaterialien), die in den Kaufregistern standen. Laut Fretes wurden diese Produkte „auf gut Glück“ beschafft, ohne tatsächliche oder effiziente Verwendung in der medizinischen Praxis. Die als „Beschneidung“ bezeichnete Maßnahme zielt darauf ab, Ressourcen zu optimieren und die Versorgung mit essenziellen Medikamenten sicherzustellen, mit technischer Unterstützung medizinischer Fachgesellschaften.
Während die strukturellen Änderungen geplant werden, steht das IPS vor der unmittelbaren Dringlichkeit: Etwa 225 Medikamente befinden sich auf kritischen Mangelstufen. Der Gesundheitsmanager Derlis León schätzte, dass es in drei Wochen möglich sein wird, die Wiederauffüllung von mindestens 60 prioritären Artikeln zu stabilisieren. Parallel dazu hat die Abteilung für Verwaltung medizinischer Versorgung unter der Leitung von Marta Flor mit der Verteilung von Notfallchargen aus dem Parque Sanitario an periphere Kliniken in Yrendagué, Zeballos Cué, Piquete Cué, Villa Hayes und Benjamín Aceval im Chaco begonnen. Der Zeitplan umfasst auch Ciudad del Este, Villarrica, Tebicuary und benachbarte Orte.
Zu den verteilten Medikamenten gehören Prednison, Carvedilol, Folsäure, Levosulpirid, Salmeterol plus Fluticason, orale Rehydratationslösung, Oseltamivir, Diosmin, Pregabalin und Tramadol. Trotz der Bemühungen stehen Patienten mit chronischen Krankheiten weiterhin vor leeren Regalen und greifen auf private Apotheken zurück, um Artikel wie Psychopharmaka, Schmerzmittel und Magenschutzmittel zu erhalten.
Die Situation hat eine öffentliche Debatte ausgelöst: Während Fretes die „Beschneidung“ als notwendig für die Nachhaltigkeit des Systems verteidigt, befürchten viele Versicherte, dass die Reduzierung des Arzneimittelverzeichnisses einen Rückschritt bei den Rechten darstellt. Der Aufschrei in den Krankenhausfluren ist einhellig: „Wir zahlen, bekommen aber nichts dafür“, so Patientenberichte.