Die Abteilung für Neonatologie des Zentralkrankenhauses des Instituto de Previsión Social (IPS) steckt aufgrund massenhafter Kündigungen in einer schweren Krise, die den Fortbetrieb der größten Geburtsabteilung des Landes gefährdet. In einer angespannten Sitzung des Verwaltungsrats des IPS wurde offengelegt, dass im vergangenen Monat fast 25 Fachkräfte den Bereich verlassen haben – ein weiterer Schritt in einem Trend, bei dem Ärzte und Pflegekräfte in Länder wie Deutschland, Italien und Australien abwandern, um dort bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter zu finden.
Die Neonatologie-Abteilung betreut rund 500 Geburten monatlich und ist für das paraguayische Gesundheitssystem von zentraler Bedeutung, da sie keine Patienten abweisen kann. Doch die Arbeitsüberlastung und der Mangel an Fachpersonal machen die Situation kritisch, wie die Verantwortlichen des Bereichs berichten. Hinzu kommt, dass im Land die technischen Voraussetzungen für eine adäquate Versorgung von Neugeborenen begrenzt sind – diese erfordern eine hochspezialisierte Betreuung.
Um die Krise einzudämmen, schlug der IPS-Präsident die Ausschreibung von Stellen für ausländische Ärzte vor, um die derzeit vakanten Positionen zu besetzen. Er betonte, dass das hohe Arbeitspensum und die Verletzlichkeit der Patienten es nicht zuließen, dass Betten ohne qualifiziertes Fachpersonal blieben.
Die Pflegedirektion des IPS wies darauf hin, dass das derzeitige Gehalt von rund 2.800.000 Guaraní zur Demotivation und zum Weggang des Personals beitrage. Der Verwaltungsrat beschloss, sofortige Maßnahmen zur Bewältigung des Problems zu ergreifen und erkannte die Bedeutung der Neonatologie als Säule des Gesundheitssystems an. Er warnte jedoch, dass ohne strukturelle Anreize und ein effizienteres Management die Versorgungskapazität für die verwundbarsten Patienten weiterhin gefährdet bleiben werde.
