Ninfa Graciela González zahlte 73 Millionen Guaraníes, um das Grundstück erneut zu ersteigern, das sie 2015 gekauft und nach elf Jahren Ratenzahlungen abbezahlt hatte. Die Versteigerung fand am Donnerstag vor dem 28. September statt. González beteiligte sich, um zu verhindern, dass jemand anderes das Grundstück erhält, das zum Vermögen von Ramón González Daher gehört.
González zahlte im August 2026 die letzte Rate, wandte sich an Inmobiliaria Confort, um die Eigentumsurkunde zu erhalten, und erfuhr, dass die Übertragung eine gerichtliche Anordnung voraussetzte. Bei der Secretaría Nacional de Administración de Bienes Incautados y Comisados (Senabico), der paraguayischen staatlichen Behörde zur Verwaltung beschlagnahmter und eingezogener Vermögenswerte, legte sie Unterlagen zum Kauf und zur vollständigen Zahlung vor. Trotzdem wurde die Versteigerung fortgesetzt. Das Mindestgebot für das Grundstück lag bei 73 Millionen Guaraníes; nach ihren Angaben halfen ihr Angehörige, den Betrag aufzubringen.
Der Fall veranlasste Käufer von Immobilien, die mit dem Verfahren gegen González Daher und seinen Sohn Fernando González Karjallo in Verbindung stehen, am 28. September zu protestieren und einen Stopp weiterer Versteigerungen zu fordern. Ramón González Daher wurde 2021 zu 15 Jahren Haft verurteilt, Fernando González Karjallo zu fünf Jahren. Die Verurteilungen betrafen schweren Wucher, Geldwäsche und falsche Anzeige; der Sohn wurde außerdem wegen Geldwäsche von aus Wucher stammenden Vermögenswerten verurteilt. Das Gericht ordnete die besondere Einziehung von Vermögenswerten im Wert von 240.554.525.035 Guaraníes und 11.711.977 US-Dollar an.
Die Demonstranten nannten unterschiedliche Zahlen dazu, wie viele Familien betroffen sein könnten. Higinio Torales sprach von 260 Familien, die wegen der Versteigerungen besorgt seien; Nilda Benítez, eine Bewohnerin von Cañada Garay in Luque, schätzte die Zahl auf mehr als 100. Laura López sagte, es seien 300 Familien. Diese Zahlen stammen von den Käufern; in den Berichten wurde keine unabhängige Erhebung dazu vorgelegt.
Die Schilderungen betreffen unterschiedliche Situationen: Einige Betroffene sagen, sie hätten die Grundstücke vollständig bezahlt, aber keine Eigentumsurkunden erhalten; andere zahlen noch Raten. López sagte, sie habe 2020 gekauft, ohne zu wissen, dass es Probleme mit dem Grundstück gab. Carolina Candia erklärte, sie habe 2002 ein Grundstück erworben, es 2013 vollständig bezahlt und könne es noch immer nicht auf ihren Namen eintragen lassen. Die Käufer fordern auch, die Immobilienfirmen zur Verantwortung zu ziehen, und sagen, sie fürchteten, ihre Häuser zu verlieren, in denen sie seit Jahren leben.
Torales zufolge sollen sich auf dem Gerichtskonto, auf das die Erlöse aus den Versteigerungen fließen, bereits mehr als drei Billionen Guaraníes befinden; eine weitere Runde sei für Dezember geplant. Die Demonstranten erklärten außerdem, rund 50 Familien seien vermutlich von Anwälten getäuscht worden, die sie nicht auf den Fall hingewiesen hätten, obwohl etwa 90 Immobilien zur Versteigerung vorgesehen seien. Candia sagte, die Käufer hätten Richterin Sandra Kirchhofer Unterlagen vorgelegt und sie habe ihnen versprochen, dass die Grundstücke nicht betroffen seien. Dennoch fanden bereits Versteigerungen statt.
