Die Lehrerin Ninfa Graciela González, gebürtig aus Carayaó im Departement Caaguazú, hat keinen Zugang mehr zu Krediten oder finanziellen Transaktionen, da sie trotz nahezu 150-facher Tilgung einer Schuld aus dem Jahr 2007 weiterhin als säumig bei Informconf eingetragen ist. Der Fall wird seit über ein Jahr ohne Rückmeldung der Justiz bearbeitet.
Am 9. Mai 2025 legte die öffentliche Verteidigungsbehörde beim Gericht von La Encarnación einen offiziellen Antrag auf Wiederherstellung dreier Verfahren vor, die aus der Akte der damaligen Richterin Carmen Analía Cibils verschwunden waren. Seither wurden mehrere Dringlichkeitanträge gestellt, jedoch hat das Gericht bislang keine Entscheidung über den Fall getroffen.
Die ursprüngliche Schuld betrug eine Million Guaraní, die Ninfa von einem Mitarbeiter von Miguel Ángel Gómez Ibarra innerhalb des Instituto del Cáncer de Areguá angeboten wurde, wo sie ihr Kind bei der Behandlung eines Brusttumors begleitete. Der als „Sonderkranke" beworbene Kredit sollte in 12 monatlichen Raten von 160.000 Guaraní getilgt werden. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete sie 36 Abbuchungsermächtigungen auf Durchschlagpapier, und das Ministerio de Educación y Ciencias (MEC) begann, die Beträge direkt von ihrem Gehalt abzuziehen.
Das für die Abbuchungen zuständige Handelsunternehmen war Mima Novedades im Besitz von Gómez Ibarra, das später mehrfach seinen Namen wechselte. Im Jahr 2017, als Ninfa die Einstellung der Abbuchungen forderte, waren bereits 148.180.000 Guaraní von ihrer Vergütung abgezogen worden. Dennoch reichten sowohl Gómez Ibarra als auch seine Tochter Elisa Gómez González Exekutionsklagen über 8.100.000 Guaraní gegen die Lehrerin ein.
Obwohl beide Verfahren nicht zu Kontosperrungen führten, verschwanden die Akten, als sie sich in der Obhut der Richterin Analía Cibils befanden, die daraufhin ihr Amt niederlegte. Bis heute wurden die Vorgänge nicht wiederhergestellt, doch Gómez Ibarra erreichte, dass Ninfa in die Liste säumiger Schuldner eingetragen wurde. Informconf weigert sich, die Lehrerin aus dem Register zu streichen, solange keine endgültige gerichtliche Löschung der Fälle vorliegt.
Der Sonderausschuss des Senats, der die sogenannte „Pagaré-Mafia" untersucht, hatte bereits vor der Rolle der Auskunfteien bei solchen Warnungen gewarnt. Nach Aussagen der Vorsitzenden der Kommission, Diana Vargas, ermöglichen Organisationen wie Informconf (Equifax) und Criterión SA es Privatpersonen, mutmaßliche Schulden als säumige Geschäfte einzutragen, ohne die Betroffenen zu benachrichtigen und ohne die Echtheit der vorgelegten Dokumente zu prüfen. „Diese Einrichtungen werden als eine Art Erpressungsmechanismus genutzt", erklärte sie.
