Aufnahmen des Parkaufsehers Carlos Ortega zeigen die faszinierende Welt der Arapusus, wie die Klettervögel in Paraguay genannt werden. Diese Arten, die mit einzigartigen Anpassungen an das vertikale Leben an Baumstämmen leben, erfüllen eine entscheidende Funktion für die Gesundheit der Ökosysteme.
Ortega dokumentierte fünf der zwölf im Land vorkommenden Arten und hob ihre unterschiedlichen morphologischen Merkmale hervor. Der Rotrücken-Baumsteiger (Dendrocolaptes picumnus) und der Dunkle Baumsteiger (Dendrocolaptes platyrostris) nutzen ihren Schwanz als Stützpunkt, dessen versteifte Federn wie ein Dreibein wirken. Ihre kurzen, kräftigen Beine mit scharfen Krallen sorgen für Halt an den Oberflächen, während die Schnabelformen je nach Ernährungsweise variieren: Der Riesenbaumsteiger (Xiphocolaptes major) besitzt einen massiven Schnabel, um große Beutetiere zu erbeuten, während andere Arten lange, gebogene Schnäbel haben, um Insekten aus tiefen Spalten zu holen.
Diese Vögel sind wichtige biologische Schädlingsbekämpfer, da sie sich hauptsächlich von Insekten ernähren. Der Braunrücken-Baumsteiger (Dendrocincla turdina) folgt beispielsweise Zügen der Wanderameisen (im Chaco als Verijeras bekannt), um kleine Tiere zu fangen, die vor den Ameisen fliehen. Diese Strategie ermöglicht eine effiziente Nahrungssuche mit minimalem Energieaufwand. Beim spiralförmigen Aufwärtsklettern an den Stämmen entfernen sie Parasiten und Larven, die den Bäumen schaden könnten.
Jede Art hat spezifische Lebensraumpräferenzen: Der Braunrücken-Baumsteiger ist in den feuchten Wäldern des Ostens, wie dem Atlantischen Wald des Alto Paraná (BAAPA), verbreitet, während der Riesenbaumsteiger in den trockenen Wäldern des Chaco lebt. Der Weißkehl-Baumsteiger (Xiphocolaptes albicollis) und der Dunkle Baumsteiger bevorzugen mittlere und untere Schichten primärer Wälder.
Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind die Klettervögel durch Abholzung und die Zerstückelung ihrer Lebensräume akut bedroht. Als spezialisierte Waldbewohner meiden viele Arten offene Flächen und bleiben in isolierten Fragmenten gefangen, die für den Erhalt gesunder Populationen nicht ausreichen. Zudem sind sie auf alte Bäume mit natürlichen Höhlen zur Brut angewiesen, die häufig durch Holzeinschlag entfernt werden.
Der Schutz dieser Vögel ist eng mit der Erhaltung der paraguayischen Wälder verbunden. Ihr Überleben sichert nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch lebenswichtige ökologische Prozesse für die Tier- und Pflanzenwelt sowie den Menschen in der Region.
