Das Instituto de Previsión Social (IPS) zahlt zwischen 5,6 Millionen und 9,5 Millionen Guaraní pro Monat für jede externen Reinungskraft in seinen Einrichtungen. Die Beschäftigten berichten, dass sie weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 2.899.048 Guaraní erhalten. Die Vorwürfe wurden bei der Dirección Nacional de Contrataciones Públicas (DNCP) eingereicht und richten sich vor allem gegen das Consorcio Hospiclean.
Der im November 2024 während der Amtszeit von Jorge Brítez und der Regierung von Santiago Peña geschlossene Outsourcing-Vertrag hatte ein Gesamtauftragsvolumen von 126,971 Millionen Guaraní (rund 19,5 Millionen US-Dollar) und kam vier Unternehmen zugute: Consorcio 2C (Martín Agustín Gadea), Consorcio C y C (Ladislao Rubén Afara), Consorcio Hospiclean (José Manuel González/Mariela Molas) und Mimbi SA (José Manuel González). Das Consorcio Hospiclean erhielt Los 2 mit einem Volumen von 75,847 Millionen Guaraní – 60 Prozent des gesamten Ausschreibungswerts – und gab monatliche Kosten von bis zu 9.548.492 Guaraní pro Mitarbeiter im Hospital Central an.
Die Differenz zwischen dem pro Arbeitnehmer angegebenen Betrag und dem gesetzlichen Mindestlohn beläuft sich auf 6.649.444 Guaraní pro Beschäftigten, ohne erkennbare Begründung. Zum Vergleich: Das Consorcio 2C, zuständig für das Hospital de Especialidades Quirúrgicas Ingavi (Los 3), rechnet 7.750.000 Guaraní pro Mitarbeiter ab – fast 2 Millionen weniger als das, was Hospiclean verlangt.
Bei der DNCP eingereichte Beschwerden besagen, das Consorcio Hospiclean zahle den Arbeitern „Hungerlöhne", melde jedoch gegenüber der Dirección de Aporte Obrero Patronal (AOP) des IPS deutlich höhere Beträge, um die rechtliche Konformität vorzutäuschen. „Das Consorcio Hospiclean, in dem Wissen, dass es seinen Arbeitnehmern nicht den geltenden gesetzlichen Mindestlohn zahlt (…), legt die in den Ausschreibungsunterlagen geforderten Unterlagen nicht vor, um die Lohnzahlung nachzuweisen", heißt es im Dokument.
Neben den arbeitsrechtlichen Vorwürfen gibt es Hinweise darauf, dass das Unternehmen verdünnte und neu etikettierte Chemikalien einsetzen soll, wodurch die Biosicherheit von Patienten auf Intensivstationen und in Operationszentren gefährdet werde. Das IPS erklärte, es habe eine Vor-Ort-Inspektion in den Lagern des Unternehmens durchgeführt und festgestellt, dass alles in Ordnung sei. Die Kontrolle fand allerdings erst einen Tag nach Bekanntwerden der Anzeige statt.
Der ursprüngliche Vertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten hätte am 7. Mai dieses Jahres auslaufen sollen, doch das Unternehmen erbringt weiterhin Dienstleistungen für das IPS, das derzeit unter der Leitung von Isaías Fretes steht. Öffentliche Angaben zu einer Verlängerung liegen nicht vor. Angesichts der Vorwürfe beschränkte sich die Institution darauf, die Unterlagen zur Prüfung an die AOP weiterzuleiten, ohne einschneidende Maßnahmen zu ergreifen.
