Krankenschwestern verlassen das IPS in Paraguay wegen niedriger Gehälter und wandern nach Europa aus

Krankenschwestern verlassen das Instituto de Previsión Social (IPS) in Paraguay wegen niedriger Gehälter und wandern in Länder wie Deutschland und Italien aus, während Gesundheitsfachkräfte für bessere Arbeitsbedingungen und Gehaltsanpassungen protestieren.

Krankenschwestern verlassen das IPS in Paraguay wegen niedriger Gehälter und wandern nach Europa aus
KI-generierte Illustration.

Das Instituto de Previsión Social (IPS) steht vor einer erheblichen Krise, da monatlich rund 20 Krankenschwestern die Einrichtung verlassen, wie Mirna Gallardo, die Vorsitzende der Paraguayanischen Vereinigung der Pflegekräfte (APE), mitteilte. Hauptgrund für diese Rücktritte ist die niedrige Bezahlung, die in vielen Fällen nicht einmal den Mindestlohn erreicht. Während das Gesundheitsministerium vertraglich gebundene Pflegekräfte mit etwa 4.000.000 G. entlohnt, zahlt das IPS lediglich 2.800.000 G. – ein Betrag, der als unzureichend gilt, um die Belastungen und den Stress des Berufs zu kompensieren.

Gallardo betonte, dass die Situation beim IPS kritisch sei, da die Gehälter extrem niedrig sind und es keine klaren politischen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen gebe. Sie verglich die Gehälter der Pflegekräfte mit den „üppigen Bezügen“ der Angestellten des Senats und verwies auf die fehlenden Perspektiven für Gesundheitsfachkräfte. Die Migration von Krankenschwestern in Länder wie Deutschland und Italien sei bereits Alltag, wobei viele Fachkräfte Arbeits- und Wohnverträge erhalten, noch bevor sie Paraguay verlassen.

Die Abwanderung von Pflegepersonal ist kein neues Phänomen. Vor 15 bis 20 Jahren verließen bereits rund 500 Krankenschwestern das Land, um in Europa zu arbeiten. Nach der Pandemie, zwischen 2023 und 2024, nahm die Migration erneut zu. Aktuell verlassen schätzungsweise 22 Krankenschwestern monatlich das Land, viele von ihnen zwischen 28 und 35 Jahre alt. Einige Rückkehrerinnen aus Europa verließen Paraguay erneut aufgrund der prekären Bedingungen und der niedrigen Löhne.

Angesichts dieser Lage haben die Beschäftigten des IPS Proteste gestartet, darunter Pfannenkonzerte und Kundgebungen vor dem Fachkrankenhaus für Chirurgie „Ingavi“ in Fernando de la Mora. Sie fordern eine Gehaltsanpassung und bessere Arbeitsbedingungen. Ein Vorschlag für eine Lohnsteigerung wurde dem IPS-Präsidenten Isaías Fretes vorgelegt, doch bisher gab es keine Reaktion. Sollte keine Lösung gefunden werden, schließen die Mitarbeiter einen Generalstreik nicht aus.

Die Krise beim IPS beschränkt sich nicht auf den Pflegebereich. Auch Ärzte kündigen aufgrund unzureichender Bezahlung, Mobbing am Arbeitsplatz und übermäßigem Druck, Ziele zu erreichen. Laut Gewerkschaftsdaten erhalten rund 4.300 Krankenschwestern nicht einmal den Mindestlohn, und mehr als 700 Mitarbeiter haben bereits gekündigt. Die Einrichtung steht vor einer Lohnkrise, verschärft durch den Mangel an Medikamenten für Versicherte.

Quellen (1)

Aktualisiert: 01.07.2026, 12:37