Der Krebspatient Luis Carlos Ortiz Godoy, der nach einer Knochenmarktransplantation einen Rückfall eines diffusen großzelligen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms erleidet, hat das von seiner Ärztin verschriebene Medikament Glofitamab noch nicht erhalten. Trotz einer günstigen Gerichtsentscheidung vom 10. März hat das Ministerium für öffentliche Gesundheit und soziale Wohlfahrt (MSPBS) das Arzneimittel nicht geliefert, wie Anwältin Katia Guedes anzeigte.
Der Verfassungsschutzantrag wurde vom Strafgerichtshof für Garantien Nr. 9 in Asunción gewährt, der die sofortige Bereitstellung des Medikaments anordnete. Mehr als 60 Tage nach dem Urteil hat das Gesundheitsministerium die Anordnung jedoch noch nicht umgesetzt. „Die Justiz hat bereits gesprochen. Jetzt ist es am Ministerium, zu gehorchen. Deshalb wenden wir uns an die Presse, damit die Situation bekannt wird“, sagte Guedes.
Die Anwältin betonte, dass das Recht auf Gesundheit und Leben nicht haushalts- oder verwaltungstechnischen Fragen untergeordnet werden dürfe. „Jeder Tag, der ohne die Bereitstellung des Medikaments vergeht, ist keine bürokratische Verzögerung: Es ist eine konkrete und inakzeptable Bedrohung für das Leben von Luis Carlos“, warnte sie. Sie machte den paraguayischen Staat für jede Verschlechterung des Zustands des Patienten verantwortlich und kündigte an, dass bei anhaltender Nichtbefolgung neue rechtliche Schritte, auch im Strafbereich, eingeleitet würden.
Angehörige von Ortiz Godoy starteten eine Kampagne in den sozialen Medien, um dem Fall Sichtbarkeit zu verleihen und die Unterstützung der Bevölkerung zu erbitten, in der Hoffnung, dass das Medikament ohne weitere Verzögerungen geliefert wird. Die von den Ärzten geschätzte Frist für den Behandlungsbeginn ist bereits weit überschritten.