Die Primärproduktion von Mate in Paraguay steckt in einer tiefen Krise. Kleinproduzenten im Departement Itapúa erhalten untragbare Preise für das grüne Blatt. Das Kilo ab Trockner wird mit 1.200 Guaraníes bezahlt, wovon 200 Guaraníes für den Transport und 300 Guaraníes für die manuelle Ernte abgehen, sodass dem Produzenten nur 700 Guaraníes bleiben. Im Gegensatz dazu wird getrockneter Mate für 6.000 Guaraníes pro Kilo gehandelt, was die Macht der großen Unternehmen bei der Preisbildung verdeutlicht.
Angesichts dieser Lage hat die Abgeordnetenkammer auf Initiative des Abgeordneten Germán Solinger (ANR-Itapúa) den nationalen Notstand für den Sektor ausgerufen. Die Maßnahme folgt der Forderung des Verbands der Mate-Produzenten im Nordosten von Itapúa (FEPYN), der warnt, dass die fehlende Rentabilität viele Landwirte dazu bringt, die Mate-Plantagen zu roden, um Platz für die Ausbreitung von gentechnisch verändertem Soja zu schaffen.
Solinger betonte, dass die Produzenten nicht verlangen, dass die Regierung Preise festsetzt, sondern dass sie ihre im Agrarstatut vorgesehene Vermittlerrolle wahrnimmt. Artikel 25 des Gesetzes verpflichtet den Staat, in die Beziehung zwischen Produzent und Käufer einzugreifen, um eine faire Vermarktung zu gewährleisten. Die Notstandserklärung beauftragt die staatlichen Stellen mit der Umsetzung dieser Norm sowie mit der Regulierung der Mate-Industrie und der Verabschiedung spezifischer Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer in diesem Sektor.
Die FEPYN gibt an, dass Hunderte von Kleinbauernfamilien von Mate als Einkommensquelle abhängen, doch das Fehlen eines fairen Preises bedroht den Fortbestand der Tätigkeit. Viele Produzenten erwägen bereits einen Branchenwechsel, während gentechnisch verändertes Soja auf Flächen vordringt, die zuvor den Mate-Plantagen gewidmet waren.