Krise in Caapucú: Stadträte eingeschlossen und Pfefferspray eingesetzt, um Sitzung zu verhindern

Die Krise im Gemeinderat von Caapucú eskalierte, als oppositionelle Stadträte im Plenarsaal eingeschlossen und mit Pfefferspray angegriffen wurden, um die Sitzung zu blockieren. Diese sollte den Rücktritt des Bürgermeisters Gustavo Penayo bestätigen, der seinen eigenen Antrag für ungültig erklären will, nachdem er erkannte, dass sein Nachfolger kein Verbündeter wäre.

Krise in Caapucú: Stadträte eingeschlossen und Pfefferspray eingesetzt, um Sitzung zu verhindern

Die institutionelle Krise im Gemeinderat von Caapucú im Departamento Paraguarí hat ein neues Maß an Gewalt und politischer Blockade erreicht. Der seit Juni schwelende Konflikt gipfelte darin, dass Stadträte eingeschlossen und mit Pfefferspray angegriffen wurden, um eine parlamentarische Sitzung zu verhindern.

Im Mittelpunkt des Streits steht der Versuch, das Protokoll der Sitzung vom 6. Juni zu bestätigen, in der Bürgermeister Gustavo Penayo von der Colorado-Partei (ANR), der der Fraktion Honor Colorado angehört, seinen Rücktritt einreichte, um für eine Wiederwahl kandidieren zu können. Nachdem Penayo jedoch feststellte, dass sein Nachfolger kein politischer Verbündeter wäre, versuchte er, seinen Rücktritt für ungültig zu erklären, und behauptete, der Akt sei rechtlich nicht wirksam.

Die Opposition argumentiert, die Sitzung habe alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt, sodass der Rücktritt wirksam sei, und die Bestätigung des Protokolls in der folgenden Sitzung sei lediglich eine Formalie. Um dies zu verhindern, haben die fünf Stadträte der Regierungsfraktion unter Führung der Parlamentspräsidentin Lidia Téllez, die ebenfalls der cartistischen Gruppe angehört, eine Reihe von Hindernissen geschaffen.

Zu den Manövern gehören Versuche, den sieben oppositionellen Stadträten den Zutritt zum Plenarsaal zu verwehren, was dazu führte, dass Sitzungen auf dem Hof der örtlichen Polizeiwache abgehalten werden mussten, sowie die angebliche Unterschlagung des Protokollbuchs durch Präsidentin Téllez in Absprache mit der Parlamentssekretärin Cinthia Quintana. Gegen beide wurde bereits Anzeige erstattet.

Am Dienstag eskalierte die Situation zu körperlicher Gewalt. Während die oppositionellen Stadträte eine Sitzung beginnen wollten, setzte eine unbekannte Person Pfefferspray im Saal ein. Anschließend wurden die sieben Stadträte im Raum eingeschlossen – ein Vorgang, den die oppositionelle Stadträtin Mabel Schupp in einer Live-Übertragung in sozialen Medien als „widerrechtliche Freiheitsberaubung“ bezeichnete.

Parallel dazu hielt sich Bürgermeister Gustavo Penayo in der Nähe des Rathauses auf und versuchte einzuschüchtern, während Téllez versuchte, die Ersatzmitglieder der Stadträte zu vereidigen. Dies wurde als Versuch gewertet, die Zusammensetzung des Gremiums zu ihren Gunsten zu verändern.

Die betroffenen Stadträte meldeten alle Vorfälle dem Obersten Wahlgerichtshof (TSJE), beklagen jedoch, dass ihre Anzeigen ignoriert würden, was die Eskalation der Übergriffe ermögliche. Zudem gelang es Gustavo Penayo durch juristische Manöver, seinen Bruder Ramón Penayo, der bei der Stadtratswahl auf Platz fünf gelandet war, als Bürgermeisterkandidaten durchzusetzen – was die politische Krise in der Gemeinde weiter verschärft.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 07.08.2026, 00:10