Luis Bello (ANR-HC), Stadtoberhaupt von Asunción, hat Víctor José Emilio Basualdo Ramírez offiziell zum neuen Leiter der Städtischen Dienste der Hauptstadt ernannt. Die Berufung wurde während einer Sitzung des Stadtrats am Mittwoch bekannt, als ein Schreiben Basualdos einging, in dem er um eine Fristverlängerung bat, um einer Einladung des kommunalen Parlaments nachzukommen. Er begründete dies mit einem laufenden Übergabeprozess aufgrund seiner kürzlichen Ernennung durch die Resolution DRH N° 1179/2026.
Die Enthüllung stieß bei den Stadträten auf sofortige Ablehnung, da Víctor Basualdo eine rechtskräftige Verurteilung vorweist. Er wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Untreue und krimineller Vereinigung verurteilt. Dabei hatte er als Mittäter in einem Fall von Mittelveruntreuung während der Amtszeit des damaligen Gouverneurs des Departamento Central, Hugo Javier, agiert.
Laut der Anklage der Staatsanwaltschaft wurden zwischen März 2019 und Dezember 2020 unrechtmäßig Mittel der Gobernación Central für Projekte ausgegeben. Die Ermittlungen ergaben, dass Basualdo in seiner Funktion als Sekretär für Wirtschaftsentwicklung positive Stellungnahmen abgab, um die Überweisung öffentlicher Gelder trotz Unregelmäßigkeiten in den Projekten zu genehmigen. Der entstandene Schaden wird auf über 18,3 Milliarden Guaraníes geschätzt.
Während der Debatte kritisierte Stadtrat Álvaro Grau (PPQ) die Ernennung scharf. „Wir können nicht zulassen, dass Personen mit solchen Vorstrafen so wichtige Positionen in einer Stadtverwaltung besetzen, die gerade erst einen Skandal um die Veruntreuung von 500 Milliarden Guaraníes hinter sich gelassen hat“, erklärte er und forderte den Stadtrat auf, die Ernennung offiziell abzulehnen.
Der Missbilligungsantrag wurde mit neun Stimmen angenommen. Stadtrat Humberto Blasco (PLRA), der den Antrag unterstützte, kommentierte ironisch, der neue Leiter müsse „sich erst selbst säubern, bevor er die Stadt säubert“. Unterstützer des Stadtoberhaupts versuchten vergeblich, die Debatte zu beenden.
Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Müllabfuhr in Asunción in der Krise steckt. Der Stadtrat hatte den bisherigen kommissarischen Leiter, Máximo Medina, vorgeladen, um sich zu einer Ausschreibung und dem Kauf von elf neuen Müllfahrzeugen zu äußern, doch die Anhörung wurde verschoben. Mit dem Wechsel wurde beschlossen, den neuen Leiter, Víctor Basualdo, innerhalb von acht Tagen zur Rechenschaft zu ziehen.
Luis Bello äußerte sich öffentlich nicht zu den Vorwürfen, einen verurteilten Beamten mit der Leitung eines der kritischsten und umstrittensten Bereiche der Stadtverwaltung zu betrauen.
