Mercosur billigt Abkommen für digitale Identität für grenzüberschreitende Verfahren im Block

Der Mercosur hat ein Abkommen verabschiedet, das den digitalen Identitäten der Mitgliedsländer regionale Rechtsgültigkeit verleiht. Dies ermöglicht Bürgern und Unternehmen, grenzüberschreitende Verwaltungsvorgänge online ohne Papierdokumente abzuwickeln.

Mercosur billigt Abkommen für digitale Identität für grenzüberschreitende Verfahren im Block
KI-generierte Illustration.

Der Mercosur hat formell das "Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Mitteln zur elektronischen Identifizierung und Authentifizierung" gebilligt. Dies ist ein Meilenstein, der den digitalen Identitätssystemen der Mitgliedsländer regionale Rechtsgültigkeit verleiht. Das Abkommen, das von der paraguayischen Regierung während ihrer turnusmäßigen Präsidentschaft vorangetrieben wurde, schafft die Grundlage dafür, dass die IT-Systeme des Blocks sicher miteinander verbunden und interagieren können.

In der Praxis wird eine hochsichere digitale Identität, die in Paraguay, Argentinien, Brasilien oder Uruguay ausgestellt wurde, in den drei anderen Ländern vollständig gültig sein. Dies wird es Bürgern und Unternehmen ermöglichen, grenzüberschreitende Verwaltungsvorgänge über das Internet abzuwickeln, ohne physische Anwesenheit oder Papierdokumente. Ein paraguayischer Produzent kann beispielsweise Lizenzen für den Export nach Brasilien direkt von seinem Büro in Asunción aus beantragen, mit der gleichen rechtlichen Verbindlichkeit wie bei einem persönlichen Verfahren in Brasília.

Die Grundlagen des Abkommens wurden zunächst während der paraguayischen turnusmäßigen Präsidentschaft im Jahr 2024 strukturiert und am 18. Juni letzten Jahres in Asunción während der dritten ordentlichen Sitzung der Arbeitsgruppe für die digitale Agenda (GAD) konsolidiert. Der Erfolg der Verhandlungen war möglich dank einer abgestimmten Arbeit zwischen dem Ministerium für Industrie und Handel (MIC) und dem Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien (MITIC).

Damit das System offiziell auf den institutionellen Webplattformen in Betrieb gehen kann, muss das endgültige Dokument den nationalen Parlamenten der vier Mitgliedstaaten zur Prüfung und gesetzlichen Ratifizierung vorgelegt werden.

Auf lokaler Ebene teilte das MITIC mit, dass die paraguayische Elektronische Identität bereits über 1,5 Millionen Nutzer verzeichnet und sich damit als grundlegendes Werkzeug für den Zugang zu mehr als 400 digitalen Dienstleistungen des Staates etabliert hat. Der Vorgang zu deren Beantragung kann über das offizielle Staatsportal oder die App "Portal Paraguay" eingeleitet werden und erfordert das Ausfüllen eines Formulars mit persönlichen Daten sowie die Registrierung einer E-Mail-Adresse.

Der Prozess umfasst die Aufnahme von drei Fotos: Vorder- und Rückseite des Personalausweises sowie ein Selfie, auf dem das Dokument neben dem Gesicht gehalten wird. Die Schärfe der Bilder ist entscheidend für eine sofortige automatische Validierung; andernfalls durchläuft der Vorgang eine manuelle Überprüfung, die bis zu 48 Stunden dauern kann. Das MITIC empfiehlt, die Handykamera zu reinigen und für gute Beleuchtung zu sorgen, um die Genehmigung zu beschleunigen.

Das Ministerium klärte zudem auf, dass es ausschließlich nicht-qualifizierte elektronische Signaturen für öffentliche Bedienstete ausstellt. Die qualifizierte elektronische Signatur, die für die Nutzung von Diensten wie dem Integrierten System für die Verwaltung von Verwaltungsregistern (SIARA) erforderlich ist, wird ausschließlich von autorisierten privaten Anbietern ausgestellt.

Quellen (2)

Aktualisiert: 03.07.2026, 07:50