Organisationen protestieren vor dem paraguayischen Stromversorger ANDE gegen Stromabschaltungen und hohe Tarife

Soziale und bäuerliche Organisationen haben am Donnerstag vor dem Hauptsitz des paraguayischen Stromversorgers ANDE Proteste veranstaltet. Sie richteten sich gegen Stromabschaltungen, hohe Tarife und Vergünstigungen für Großverbraucher. Die Demonstranten forderten einen Stopp der Stromsperren für vulnerable Familien und eine Ausweitung des Sozialtarifs.

Organisationen protestieren vor dem paraguayischen Stromversorger ANDE gegen Stromabschaltungen und hohe Tarife
KI-generierte Illustration.

Soziale und bäuerliche Organisationen haben für diesen Donnerstag, den 23. Juli, zu einer landesweiten Mobilisierung aufgerufen, um gegen die Stromabschaltungen und die hohen Stromkosten in Paraguay zu protestieren. Die Aktionen sollen um 10 Uhr gleichzeitig vor der Zentrale des staatlichen Stromversorgers ANDE (Administración Nacional de Electricidad) in Asunción sowie vor seinen Regionalstellen im ganzen Land beginnen.

Zu den Hauptforderungen gehört die sofortige Einstellung der Stromsperren für Familien in prekären Lebenslagen. Die Demonstranten argumentieren, dass Elektrizität eine essentielle Dienstleistung sei, die den ärmsten Bevölkerungsschichten nicht entzogen werden dürfe, besonders in einem Umfeld steigender Lebenshaltungskosten.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Ausweitung des Sozialtarifs für Strom. Die Organisatoren erklären, dass ein entsprechendes Gesetzesvorhaben, das per Bürgerinitiative mit über 48.000 Unterschriften eingereicht wurde, seit April 2025 auf seine Prüfung im Kongress warte. Sie betonen, die Maßnahme sei entscheidend, um die monatlichen Ausgaben tausender Haushalte mit niedrigem Einkommen zu entlasten.

Kritik richtet sich auch auf die Tarifvergünstigungen für Großverbraucher wie Kryptominen, Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Wasserstoffprojekte. Für die Verbände priorisiert die aktuelle Energiepolitik diese stromintensiven Industrien zu Lasten des privaten Verbrauchs und des Wohlergehens der Bürger.

Die Mobilisierung wird von einem Bündnis verschiedener Organisationen getragen, darunter Itaipú Causa Nacional, Itaipú es También Soberanía, die Partei Paraguay Pyahurã, ANDE Pueblo Mba'e, die Bewegung Movimiento Campesino Paraguayo und die Koordinierungsstelle Nacional de Adultos Mayores y Familia. Das Datum des Protests fällt mit dem 17. Jahrestag des Lugo-Lula-Abkommens über Itaipú zusammen, ein Datum, das die Organisationen für geeignet halten, die Debatte über die Energiehoheit des Landes neu zu entfachen.

Quellen (1)

Aktualisiert: 22.07.2026, 01:30