Die paraguayische Regierung hat einen umfassenden Modernisierungsprozess der Streitkräfte durch Kooperationsabkommen mit den Vereinigten Staaten beschleunigt. Der Plan umfasst den Kauf gepanzerter taktischer Fahrzeuge, militärischer Ausrüstung und Technologie für das Heer sowie eine doktrinäre Neuausrichtung zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität und als terroristisch eingestufter Gruppen.
Der Kommandeur des Heeres, General Manuel Rodríguez, bestätigte, dass die endgültigen Anschaffungskosten noch auf amerikanischem Boden festgelegt werden, versicherte jedoch, dass Paraguay im Rahmen der militärischen Kooperationsprogramme Zugang zu Vorzugspreisen erhalten werde. „Die Preise müssen noch in den Vereinigten Staaten festgelegt werden, aber sie werden einen niedrigeren Prozentsatz aufweisen“, erklärte er.
Die Anträge wurden über das als Letter of Request (LOR) bekannte System formalisiert. Das erste Ersuchen wurde vom Ministerium für Nationale Verteidigung im August 2025 im Rahmen des Excess-Defense-Articles-Programms (EDA) für den Erwerb von 20 taktischen MRAP-Fahrzeugen eingereicht, gepanzerten Fahrzeugen, die Minen und Hinterhalten widerstehen. Sie sollen voraussichtlich Mitte 2027 im Land eintreffen.
Im Februar 2026 stellte die Regierung einen neuen Antrag für den Kauf von 50 taktischen Mehrzweckfahrzeugen sowie technologischer und militärischer Ausrüstung, um die Einsatzfähigkeit der Landstreitkräfte zu verbessern. Dieser Beschaffungsprozess wird voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern.
Das Projekt sieht auch einen doktrinären Wandel im paraguayischen Heer vor. Mit Unterstützung der United States Military Group in Paraguay sollen in den bestehenden Infanteriedivisionen Antiterrorkompanien aufgestellt werden, um die Truppe zur Bekämpfung krimineller Organisationen und transnationaler Bedrohungen zu befähigen.
Die Absichtserklärung zwischen beiden Ländern wurde von Präsident Santiago Peña am 22. Mai verkündet. Das Programm stellt einen der bedeutendsten militärischen Modernisierungsprozesse der letzten Jahre dar und findet in einem regionalen Kontext statt, der von der Stärkung von Sicherheitsstrategien und internationaler Verteidigungskooperation geprägt ist. Das Abkommen sieht auch künftige Spenden von Schiffen und Ausrüstung für die paraguayische Marine vor.