Paraguay erhebt Anklage gegen fünf Personen wegen mutmaßlicher Weitergabe vertraulicher Informationen der Senad an Lalo Gomes

Die Staatsanwaltschaft Paraguays hat fünf Personen angeklagt und beantragt, vier ehemalige Mitarbeiter der Nationalen Antidrogenbehörde (Senad) sowie eine Nichte des ehemaligen Abgeordneten Lalo Gomes in Untersuchungshaft zu nehmen. Ihnen wird vorgeworfen, Informationen über Drogenermittlungen an die Familie Gomes weitergegeben zu haben. Der Fall steht auch im Zusammenhang mit der Sicherstellung von 4,255 Kilogramm Kokain für den brasilianischen Markt und der umstrittenen Verlagerung des Telefonüberwachungssystems der Senad.

Paraguay erhebt Anklage gegen fünf Personen wegen mutmaßlicher Weitergabe vertraulicher Informationen der Senad an Lalo Gomes

Die Staatsanwaltschaft Paraguays hat fünf Personen angeklagt und beantragt, vier aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter der Nationalen Antidrogenbehörde (Senad) in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Ermittlungen betreffen die mutmaßliche Weitergabe vertraulicher Informationen über Drogenermittlungen an den ehemaligen Abgeordneten Eulalio „Lalo“ Gomes. Auch Helga Lizany Concepción Solís Gómez, eine Nichte des Politikers, ist betroffen und flüchtig.

Unter den Beschuldigten befinden sich Hugo Derlis Baptista Báez, ehemaliger Leiter der Antidrogenabteilung; Cristian Porfirio Amarilla Cabaña, ehemaliger Leiter des Nachrichtendienstes; Oberst Aldo Osmar Pintos Martínez, ehemaliger Kommandeur der Spezialeinheiten; sowie Alicia Marlene Vázquez Samaniego, eine Mitarbeiterin des Nachrichtendienstes. Die Polizei führte in Pedro Juan Caballero Durchsuchungen durch, darunter auch im Wohnhaus der Familie Solís Gómez, unter der Leitung der Staatsanwältin Ingrid Cubilla.

Den Beschuldigten werden laut Ermittlungen kriminelle Vereinigung, Vereitelung von Strafverfolgung, Einflussnahme, illegaler Waffenbesitz und Drogenhandel vorgeworfen. Die Vorwürfe müssen noch gerichtlich geprüft werden, und die Beschuldigten gelten bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig.

Der Fall entstand durch die Auswertung von Nachrichten auf dem Handy von Gomes, der im August 2024 bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass vertrauliche Informationen über Drogenermittlungen weitergegeben wurden, um Personen aus dem Umfeld der Familie Gomes zu begünstigen und Festnahmen zu erschweren.

Einer der untersuchten Vorfälle ereignete sich am 8. Dezember 2023, als der Brasilianer Ronaldo Mendes Nunes einer Razzia im Anwesen der Familie Gomes entkommen sein soll. Die Ermittler prüfen, ob Senad-Mitarbeiter Informationen im Voraus weitergegeben und später dazu beigetragen haben, den Namen von Eulalio Gomes aus dem Fall herauszuhalten. Zudem werden Kommunikationen im Zusammenhang mit Alexandre Rodrigues Gomes, dem Sohn des ehemaligen Abgeordneten, untersucht, der wegen Drogenhandels, Geldwäsche und krimineller Vereinigung unter Verdacht steht.

Helga Lizany Solís Gómez gilt als mögliche Verbindungsperson zwischen der Familie Gomes und Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft sowie der Senad. Laut der Anklageschrift, die von paraguayischen Medien zitiert wird, soll sie in ihrer früheren Funktion als Staatsanwaltsassistentin Zugang zu Verfahrensdaten gehabt, Verfahren beeinflusst und Informationen weitergegeben haben. Diese Vorwürfe sind Teil der Anklage und müssen noch gerichtlich bewiesen werden.

Am selben Tag nahm die Senad in Ciudad del Este einen Mann fest, der verdächtigt wird, 4,255 Kilogramm Kokain in einem Toyota Grand Hiace transportiert zu haben. Die für den brasilianischen Markt bestimmte Droge war in vier Pakete aufgeteilt und wurde auf etwa 60.000 US-Dollar geschätzt. Der Festgenommene wurde der Staatsanwaltschaft überstellt, wo der Staatsanwalt Manuel Rojas die weiteren Schritte überwacht.

Parallel dazu sieht sich die Regierung mit Fragen zur Verlagerung des Telefonüberwachungssystems der Senad an das Innenministerium konfrontiert. Der Minister für Informationstechnologie und Kommunikation, Gustavo Villate, erklärte, dass es sich lediglich um die physische Verlagerung des Vermittlungssystems handle, das für die Signalweiterleitung zuständig sei, nicht jedoch um den direkten Zugriff auf Audioaufnahmen. Interne Dokumente, die in der Berichterstattung zitiert werden, deuten jedoch darauf hin, dass die 2025 geplante Investition von etwa 12 Millionen US-Dollar die technologische Unabhängigkeit der Senad in den Netzen 2G, 3G, 4G, VoLTE und 5G sicherstellen sollte.

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Quellen (12)

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