Bei der Operation „Tödliche Waffe“ wurden 30 Sturmgewehre des Kalibers 7,62 in einem Haus im Stadtteil Virgen de Caacupé in Pedro Juan Caballero im Departamento Amambay sichergestellt. Die Waffen waren zerlegt und unter Lebensmitteln auf der Ladefläche eines Pick-ups versteckt, der laut Ermittlern möglicherweise für den Transport in Richtung Brasilien vorbereitet worden war.
Die Aktion fand am 30. August statt und wurde von Beamten der Nationalen Antidrogenbehörde (Senad) durchgeführt, begleitet vom Drogenstaatsanwalt Celso René Morales. Zwei Brüder wurden festgenommen: Blas Antonio Figueredo López und Fredy Alberto Figueredo López. Die Angaben zu ihrem Alter unterscheiden sich, beide werden jedoch als Tatverdächtige genannt.
Das Arsenal bestand aus 20 G3-Gewehren deutscher Herstellung und zehn CETME-Gewehren spanischer Herkunft, alle im NATO-Standard 7,62 x 51 mm und mit Magazinen ausgestattet. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass es sich um Militärwaffen handelte. Morales sagte, das Kaliber könne Schutzwesten und Panzerungen durchschlagen. Senad-Minister Jalil Rachid erklärte, das endgültige Ziel der Waffen sei „Brasilien“ gewesen.
Diese Route bleibt eine Ermittlungshypothese und ist keine gerichtliche Feststellung. Nach Angaben der Senad, der Staatsanwaltschaft und der Ermittler sollten die Waffen möglicherweise an kriminelle Gruppen in Brasilien geliefert werden. Die Behörden ermitteln jedoch weiterhin zur Herkunft der Waffen, zu weiteren Beteiligten und zum geplanten Transportweg aus dem Land.
Die Operation begann mit Hinweisen auf einen möglichen Drogenlagerort. Im Gebäude und im Fahrzeug wurden etwa drei Kilogramm gepresstes und zerkleinertes Cannabis gefunden, teilweise als hochpotent beschrieben, außerdem drei Mobiltelefone, 6,8 Millionen Guaraníes, 250 Reais, fünf Patronen des Kalibers .38, Dokumente und zwei Kfz-Kennzeichen. Der weiße Ford Ranger mit dem Kennzeichen WBZB 005 PY wurde beschlagnahmt. In einem Bericht wurde ein Chevrolet S10 genannt; die Behörden klärten nicht, um welches Fahrzeugmodell es sich handelte.
Der Fall der Sturmgewehre wurde auf Anweisung der Fiscalía General del Estado an die Spezialeinheit für organisierte Kriminalität in Asunción übergeben. Staatsanwältin Ingrid Cubilla soll die Ermittlungen zum Waffenhandel übernehmen, während Morales zunächst die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Cannabis bearbeitet. Die Ermittlungen zur Droge blieben bei der örtlichen Antidrogenstaatsanwaltschaft.
Die Beschlagnahmung steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer weiteren Sicherstellung von 20 G3- und CETME-Sturmgewehren durch die Senad am 29. Juli in Santa Rosa del Monday im Departamento Alto Paraná. Damals wurde der Polizeihauptwachtmeister Tomás Alcides Trinidad Flecha festgenommen, dem vorgeworfen wird, die Waffen transportiert zu haben. Sollte sich die Verbindung zwischen beiden Lieferungen bestätigen, würde sich die Gesamtzahl auf 50 aus einer möglichen Schmuggelroute entfernte Sturmgewehre belaufen.
