Paraguay verzeichnete allein im vergangenen Jahr Investitionen von mehr als 170 Millionen US-Dollar im Bereich der Kreislaufwirtschaft, wie die Industriekammer für Nachhaltige Wirtschaft Paraguays (Cámara de Industrias Sustentables del Paraguay, Cispy) mitteilte. Der Betrag wurde von den der Kammer angeschlossenen Unternehmen in Infrastruktur, Technologie und den Ausbau der Kapazitäten für Recycling und die Verwertung von Abfällen investiert.
Laut dem Präsidenten der Cispy, Carlos Mangabeira, werden in dem Sektor bereits jährlich mehr als 215.000 Tonnen verwertbarer Materialien zurückgewonnen und recycelt, darunter Kunststoffe, Papier, Glas, Metalle, Altreifen und Elektroschrott. Er betonte, dass die Wiederverwertung einiger dieser Materialien, wie gebrauchter Reifen und Verbundverpackungen, vor fünf Jahren im Land praktisch nicht existent war, heute aber bereits Unternehmen diese Verwertung lokal durchführen.
Die Kammer vereint derzeit 19 Unternehmen, darunter die Recyclingfirmen Yaguareté (Papier und Pappe), Brassur (Metalle) und Coresa (Kunststoffe). Die Auswirkungen erstrecken sich über die gesamte Wertschöpfungskette, wobei mehr als 7.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden und etwa 25.000 Müllsammler sowie 130.000 Personen in die Rückgewinnung von Materialien eingebunden sind, über mehr als 2.500 Sammelstellen.
Neben dem industriellen Fortschritt hob Mangabeira die verstärkte Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor und öffentlichen Einrichtungen zur Förderung von Politiken der Kreislaufwirtschaft hervor. Ein Beispiel ist die Impulsgruppe für Kreislaufwirtschaft (Grupo Impulsor de Economía Circular, GIEC), die per Präsidialdekret geschaffen und vom Ministerium für Industrie und Handel (MIC) geleitet wird und an der bereits mehr als 58 Unternehmen teilnehmen.
Unternehmen, die nachhaltige Praktiken anwenden, können den Verbrauch von Rohstoffen, Energie und Wasser reduzieren, Prozesse optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Im Jahr 2025 exportierten die von der Cispy vertretenen Unternehmen Waren im Wert von über 200 Millionen US-Dollar, was zeigt, dass Nachhaltigkeit auch ein gutes Geschäft ist.
