Paraguay und Chile prüfen den Aufbau eines regionalen Stromnetz-Verbunds, um die Stromversorgungssysteme beider Länder zu stärken und den wachsenden Energiebedarf der Region zu decken. Das Thema wurde bei einem Treffen zwischen dem paraguayischen Minister für Industrie und Handel, Marco Riquelme, und der chilenischen Energieministerin, Ximena Rincón, im Rahmen einer Arbeitsagenda in dem Andenstaat erörtert.
Eduardo Gustale, Vizeminister der Investitions- und Exportförderungsagentur (Rediex), der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, erklärte, die Initiative ermögliche es Chile, sich elektrisch mit anderen Ländern zu verbinden. Dies erhöhe den Schutz vor Systemschwächen und schaffe Chancen für den Export und Import von Energie, je nach Bedarf der einzelnen Staaten.
Laut dem paraguayischen Ministerium für Industrie und Handel (MIC) würde eine stärkere Stromvernetzung die Anfälligkeit für mögliche Ausfälle in den nationalen Systemen verringern. Zudem eröffne sie neue Handelsmöglichkeiten durch den Energieaustausch, nutze die Erzeugungskapazitäten der Länder effizienter und stärke die regionale Energiesicherheit.
Die Behörden tauschten sich auch über die Transformationsprozesse im chilenischen Energiesektor aus, insbesondere im Strombereich, sowie über Möglichkeiten, die Integration zwischen den Ländern der Region weiter voranzutreiben. Das Treffen diente zudem dazu, die Bemühungen Chiles in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft kennenzulernen, das Stromsystem zu modernisieren und auf die neuen Anforderungen durch wirtschaftliche und technologische Entwicklungen zu reagieren.
In Paraguay gewinnt die Energiefrage an Bedeutung, da Prognosen davon ausgehen, dass der steigende Bedarf in den kommenden Jahren die lokale Erzeugungskapazität übersteigen wird. Vor diesem Hintergrund plant die paraguayische Regierung die Einrichtung eines Energieministeriums und einer Regulierungsbehörde, um einen geeigneten rechtlichen Rahmen insbesondere für private Initiativen zu schaffen.
