Paraguay und Japan haben eine nicht rückzahlbare Kooperationsvereinbarung über 24 Millionen US-Dollar unterzeichnet, um auf dem Campus der Nationalen Universität Asunción (UNA) in San Lorenzo ein Weltraumtechnologiezentrum zu errichten und auszustatten. Die Einrichtung soll Fachkräfte ausbilden und die Nutzung von Satellitendaten in der Landwirtschaft, im Umweltmonitoring, der Raumordnung, der Katastrophenvorsorge sowie bei der Entwicklung öffentlicher Politik vorantreiben.
Die Vereinbarung wurde im Außenministerium von Außenminister Rubén Ramírez Lezcano und Hajime Takasago, dem Landesdirektor der Japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA), unterzeichnet, die die Mittel verwalten wird. An der Zeremonie nahmen auch der japanische Botschafter Katsumi Itagaki, Vertreter der Paraguayschen Raumfahrtagentur (AEP), Senator Eduardo Nakayama sowie der Abgeordnete Juan Añazco, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Abgeordnetenkammer, teil.
Die konkrete Vereinbarung ermöglicht die Umsetzung des Projekts, das in den im März 2026 in Asunción unterzeichneten Regierungsnoten festgelegt wurde. Das paraguayische Parlament hatte das Abkommen am 23. Juni gebilligt, nachdem der Senat bereits zugestimmt hatte. Ein Zeitplan für die Fertigstellung der Bauarbeiten und den vollen Betriebsbeginn des Zentrums wurde noch nicht bekanntgegeben.
Das Zentrum für die Nutzung von Weltraumtechnologie wird auf einem zwei Hektar großen Gelände innerhalb der UNA etwa 3.400 Quadratmeter umfassen und sich über vier Ebenen erstrecken. Das Space Lab wird sich mit dem Entwurf, der Entwicklung und der Integration von Kleinsatelliten und Nanosatelliten befassen. Das GeoLab wird Geodaten verarbeiten und analysieren, die in der Landwirtschaft, im Risikomanagement, der Raumordnung und der Überwachung natürlicher Ressourcen eingesetzt werden.
Ramírez Lezcano erklärte, das Vorhaben werde dazu beitragen, Forscher, Fachkräfte und Studenten auszubilden und das in diesem Bereich gewonnene Wissen im Land zu halten. Die Regierung geht davon aus, dass die Fähigkeit zur Verarbeitung von Satelliteninformationen Entscheidungen in der Landwirtschaft, im Umgang mit natürlichen Ressourcen, bei Umweltgefahren und in der öffentlichen Planung unterstützen wird.
Takasago bezeichnete das Projekt als Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Weltraumbereich, die bereits zur Entwicklung und zum Start des ersten paraguayischen Satelliten GuaraníSat-1 geführt habe. Die AEP plant, GuaraníSat-2 im letzten Quartal 2026 zu starten. Das erklärte Ziel Paraguays und Japans ist es, nationale Kapazitäten für die Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung von Satelliteninformationen aufzubauen und das Land zu einem regionalen Zentrum für Weltraumtechnologie zu entwickeln.
