Schwimmer Jack Trudgeon führte seinen nach ihm benannten Schwimmstil auf indigene Payaguá zurück

Der als „Trudgeon-Stil“ bekannte Schwimmzug geht auf den englischen Schwimmer Jack Trudgeon zurück, der angab, die Technik als Kind von payaguáischen Kindern in Asunción gelernt zu haben. Später verbreitete sich der Stil mit dem Aufkommen des Wettkampfschwimmens und öffentlicher Schwimmbäder. Die Darstellung stützt sich auf eine Aussage des Schwimmers und die Forschung von Gary Osmond; eine konkrete Unterrichtsszene ist jedoch nicht dokumentiert.

Schwimmer Jack Trudgeon führte seinen nach ihm benannten Schwimmstil auf indigene Payaguá zurück

Der Trudgeon-Stil, gekennzeichnet durch eine doppelte Armbewegung über Wasser, einen Scherenbeinschlag und den Kopf über Wasser, wird dem englischen Schwimmer Jack Trudgeon zugeschrieben. In einem seiner wenigen Interviews erklärte er, die Technik in seiner Kindheit in Asunción von indigenen Payaguá-Kindern gelernt zu haben. Der australische Sporthistoriker Gary Osmond von der University of Queensland hat diesen Zusammenhang später erforscht.

Die Geschichte spielt während der industriellen Modernisierung Paraguays unter Präsident Carlos Antonio López. Jacks Vater, John Trudgeon, kam am 31. Dezember 1859 als einer von rund 200 britischen Technikern ins Land, die von der Londoner Firma Blyth & Company für den Aufbau des Arsenals und der Werft am Paraguay-Fluss angeheuert worden waren. Jack war 1852 geboren worden und tauchte bereits im Mai 1862 mit zehn Jahren in den Unterlagen als Helfer seines Vaters beim Bau des Arsenals auf.

In seiner Freizeit spielte der Junge mit payaguáischen Kindern im Wasser. Aus diesem Umfeld stammt die Überlieferung, dass er die Technik erlernt habe, die später seinen Namen tragen sollte. Es gibt jedoch keine Aufzeichnungen über eine konkrete Unterrichtsszene. Die Darstellung stützt sich auf eine Aussage Trudgeons selbst sowie auf Osmonds Forschung, wobei die Berichte über Trudgeons Leben lückenhaft sind und er keine bekannten Schriften hinterlassen hat.

Der Krieg verschärfte die Not der Familie. John starb am 24. Dezember 1866 in Asunción an Durchfall, wie der englische Architekt Alonzo Taylor berichtete. Jacks Mutter Ann verließ Paraguay im September 1867 an Bord des britischen Kanonenboots Doterel zusammen mit anderen Witwen und ihren Kindern, starb jedoch im Februar 1868 im Alter von 64 Jahren an Ruhr, kurz nach ihrer Ankunft in London. Jack blieb bis November 1868 im Land und wurde aus Angostura an Bord der H.M.S. Baliza evakuiert.

Zurück in England machte Trudgeon genau zu der Zeit auf sich aufmerksam, als das Schwimmen als Freizeit- und Wettkampfsport an Popularität gewann – gefördert durch den Bau der ersten öffentlichen Schwimmbäder in London und die Ausdifferenzierung der Wettkampfstile. Im August 1873 gab er sein Debüt im Lambeth Baths und gewann ein Rennen über 160 Yards (etwa 146 Meter) unter hundert Teilnehmern.

Als vielseitiger Schwimmer trat er in verschiedenen Distanzen an. 1874 gewann er das 600-Yards-Rennen, das den Kapitän des Alliance Swimming Club bestimmte, und wiederholte diesen Erfolg in den folgenden drei Jahren. 1875 siegte er über 1.000 Yards, wurde englischer Amateurmeister über 100 Yards – ein Titel, den er auch 1876 errang – und erhielt die Ashbury-Goldmedaille nach einem Sieg über eine Meile in der Themse. 1878 gewann er den Wettbewerb um die Kapitänsposition des neu gegründeten East London Swimming Club.

Der ungewöhnliche Schwimmstil verbreitete sich zunächst in England und später international. Über Trudgeons Leben zwischen 1879 und 1893 gibt es keine Berichte, möglicherweise aufgrund familiärer und beruflicher Verpflichtungen. Als er in den 1890er-Jahren wieder an Wettkämpfen teilnahm, war der nach ihm benannte Stil bereits weit verbreitet.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 06.09.2026, 01:00