Paraguay und USA unterzeichnen Atomabkommen zur Uranförderung – Experten warnen vor fehlenden Grundlagen

Paraguay und die USA haben ein Atomabkommen zur Erkundung von Uranvorkommen unterzeichnet. Experten und ein Senator weisen jedoch darauf hin, dass dem Land die institutionellen Voraussetzungen für ein sicheres Nuklearprogramm fehlen, und stellen dessen Notwendigkeit angesichts der überwiegend erneuerbaren Energieversorgung infrage.

Paraguay und USA unterzeichnen Atomabkommen zur Uranförderung – Experten warnen vor fehlenden Grundlagen

Paraguay und die USA haben ein Memorandum of Understanding für strategische Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Kernenergie unterzeichnet. Während die Regierung diesen Schritt als historisch bezeichnet, warnen Experten und Abgeordnete vor den fehlenden institutionellen Grundlagen im Land. Das Abkommen wurde vergangene Woche in Washington vom paraguayischen Außenminister Rubén Ramírez Lezcano und dem US-Außenminister Marco Rubio in Anwesenheit von Vizepräsident Pedro Alliana unterzeichnet.

Vizepräsident Alliana erklärte, eines der zentralen Ziele des Abkommens sei die Erkundung von Uranvorkommen in Paraguay. „Wir haben auch über das Abkommen gesprochen, das der Außenminister unterzeichnet hat – ein wirklich historisches Abkommen, das sich mit nuklearen Fragen und insbesondere der Uranförderung befasst“, sagte Alliana im Interview mit dem Radiosender 1020 AM. Zudem erwähnte er, dass US-Vertreter Interesse an verstärkten Investitionen im Energiesektor Paraguays bekundet hätten. Eine Delegation von Investoren soll noch vor Jahresende das Land besuchen.

Der Energieexperte Victorio Oxilia bezeichnete das Abkommen zwar als „strategischen ersten Schritt“, warnte jedoch, dass Paraguay noch nicht über die notwendigen Grundlagen für ein Nuklearprogramm verfüge. „Wichtiger als ein internationales Kooperationsabkommen wäre zunächst eine klare institutionelle Ordnung“, betonte Oxilia. Er forderte, das Land müsse zunächst eine nationale Nuklearpolitik definieren, die Institutionen durch ein eigenes Energieministerium stärken und Fachkräfte ausbilden, bevor der Einsatz von Reaktoren in Betracht gezogen werde.

Auf politischer Ebene forderte der Senator José Oviedo von der Bewegung Yo Creo vom Präsidialamt detaillierte Informationen über den Umfang des Memorandums an. Oviedo hinterfragt die Motive für die Suche nach Atomenergie, da der paraguayische Strommix bereits überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt. Zudem äußerte er Bedenken hinsichtlich der Souveränität über die mineralischen Ressourcen. Der Senator verlangte eine vollständige Kopie des Abkommens sowie Auskunft über mögliche Verbindungen zu einem früheren Abkommen über kritische Mineralien. Er erinnerte daran, dass Paraguay im Departamento Caazapá über zertifizierte Uranvorkommen verfügt.

Das Abkommen fällt unter das sogenannte „Abkommen 123“, einen Mechanismus des US-Atomgesetzes, der die technologische Zusammenarbeit für friedliche Zwecke unter Einhaltung der Sicherheits- und Nichtverbreitungsstandards der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ermöglicht. Ähnliche Abkommen haben die USA bereits mit Ländern wie Argentinien, Brasilien und Mexiko geschlossen. Experte Oxilia warnte davor, „sich voreilig auf eine Technologie festzulegen, ohne Alternativen geprüft zu haben“, angesichts der Komplexität und hohen Kosten eines Nuklearprogramms.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 07.08.2026, 00:10