Paraguay und USA unterzeichnen Abkommen zur Zusammenarbeit in der zivilen Kernenergie

Paraguay und die USA haben ein Memorandum zur Zusammenarbeit in der zivilen Kernenergie unterzeichnet, um das Land auf den künftigen Einsatz kleiner Reaktoren und die Erschließung seiner Uranvorkommen vorzubereiten. Ziel ist es, den prognostizierten steigenden Energiebedarf der kommenden Jahrzehnte zu decken.

Paraguay und USA unterzeichnen Abkommen zur Zusammenarbeit in der zivilen Kernenergie

Paraguay und die USA haben in Washington ein strategisches Memorandum of Understanding zur zivilen nuklearen Zusammenarbeit unterzeichnet. Das Abkommen wurde vom paraguayischen Außenminister Rubén Ramírez Lezcano und dem US-Außenminister Antony Blinken unterzeichnet, wobei unterschiedliche Angaben zum genauen Datum vorliegen – genannt werden sowohl der 4. Juli als auch der 4. August.

Das Memorandum schafft eine unverbindliche Grundlage für technische Zusammenarbeit, Aus- und Weiterbildung sowie Wissensaustausch. Ziel ist es, Paraguay in die Lage zu versetzen, künftig ein sogenanntes „Abkommen 123“ auszuhandeln – ein verbindlicher Vertrag, der für die Einfuhr amerikanischer Nukleartechnologie erforderlich ist und der Zustimmung der Parlamente beider Länder bedarf.

Paraguayische Behörden betonen, dass das Projekt auf neue Technologien wie Mikroreaktoren (bis zu 30 MW) und kleine modulare Reaktoren (SMR, bis zu 300 MW) setzt. Diese kompakten und als sicher geltenden Module sollen eine stetige Energieversorgung gewährleisten und die von Dürren bedrohte Wasserkraft ergänzen, wie etwa die 2024 um 40 % gesunkene Stromproduktion von Itaipú.

Laut Jorge Molina, Minister der paraguayischen Strahlen- und Nuklearaufsichtsbehörde (ARRN), könnten Mikroreaktoren bis etwa 2030–2032 in Betrieb gehen, während SMR etwa ein Jahrzehnt für die Umsetzung benötigen würden. Die Technologie eigne sich besonders für Regionen wie den Chaco, da einige Modelle keine großen Wassermengen zur Kühlung benötigen.

Der stellvertretende Minister für Bergbau und Energie, Mauricio Bejarano, bezeichnete die Installation eines Kernreaktors in Paraguay als mittelfristige bis langfristige Perspektive, die 15 bis 20 Jahre in Anspruch nehmen könnte. Er verwies auf das starke Wachstum des nationalen Strombedarfs, der 2024 um 18 % stieg, und warnte davor, dass der aktuelle Energieüberschuss ab 2030 in eine Krise geraten könnte.

Bejarano räumte ein, dass das Projekt noch in einer sehr frühen Phase steckt, ohne feststehende Investitionen oder Lieferanten. Zunächst müsse Paraguay einen strengen Fahrplan mit 19 Meilensteinen in drei Phasen bei der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) abarbeiten. Vizepräsident Pedro Alliana hob hervor, dass der Fokus des Abkommens zunächst auf der Erkundung und Erfassung der Uranvorkommen des Landes liege, insbesondere in den wirtschaftlich nutzbaren Lagerstätten in Yuty und Coronel Oviedo.

Robert Alter, Geschäftsträger der US-Botschaft in Asunción, erklärte, das Memorandum diene dem Austausch bewährter Verfahren, technologischer Informationen sowie Sicherheits- und Nichtverbreitungsstandards. Dadurch solle Paraguay in die Lage versetzt werden, künftig „fundierte Entscheidungen“ zu treffen. Das Abkommen gilt zudem als strategischer Impuls für Bildung und Wissenschaft in Paraguay, das derzeit über keine ausgebildeten Nuklearingenieure verfügt.

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Quellen (6)

Aktualisiert: 10.08.2026, 01:00