Paraguay verstärkt Drogenbekämpfung mit Großoperation, Razzia in Ypané und Entscheidung im Fall Manzur

Bei einem dreitägigen Einsatz im Norden Paraguays wurden Drogen beschlagnahmt und Anbauflächen mit einem geschätzten Ertrag von insgesamt fast 160 Tonnen vernichtet; bei getrennten Vorgängen wurden in Ypané drei Menschen festgenommen und dem Ex-Fußballer Julio César Manzur unter Auflagen Hausarrest gewährt.

Paraguay verstärkt Drogenbekämpfung mit Großoperation, Razzia in Ypané und Entscheidung im Fall Manzur

Paraguay hat dreitägige Anti-Drogen-Einsätze mit voneinander getrennten Maßnahmen im Norden und im Departamento Central abgeschlossen. Bei der von der Nationalen Anti-Drogen-Behörde SENAD und der brasilianischen Bundespolizei koordinierten Operation Neue Allianz 56 demontierten Einsatzkräfte 22 Lager in Amambay, beschlagnahmten 9.620 Kilogramm gepresstes Marihuana und vernichteten 50 Hektar Anbaufläche. Nach Schätzung der SENAD hätten die Felder 150.000 Kilogramm hervorbringen können. Die Wirkung von fast 160 Tonnen setzt sich daher aus tatsächlich beschlagnahmten Drogen und verhinderter potenzieller Produktion zusammen; 160 Tonnen wurden nicht physisch sichergestellt.

Bei einer getrennten Operation in San Carlos del Apa im Departamento Concepción zerstörten Einsatzkräfte weitere Lager, verbrannten 410 Kilogramm verarbeitetes Marihuana und vernichteten zwei Hektar erntereife Pflanzen. Die ausgewerteten Berichte nennen für diesen Einsatz 16 beziehungsweise 17 Lager; zusammen mit den 22 in Amambay ergibt das 38 bis 39. Nach Angaben der Behörden flohen die Anwesenden vor dem Eintreffen der Teams. Für die Operation Neue Allianz 56 bezifferte die SENAD den Schaden in Paraguay auf 4,7 Millionen US-Dollar und auf mehr als 23 Millionen US-Dollar, falls die Produktion den brasilianischen Markt erreicht hätte.

In Ypané im Departamento Central beschlagnahmte die SENAD bei einem weiteren Einsatz 1,357 Kilogramm Marihuana — ein Kilogramm und 357 Gramm — im Viertel San Pedro. Nach Schätzung der Behörden entsprach dies etwa 135 Dosen. Héctor Fabián Enciso González, Rodolfo Ismael Benítez Vega und Esteban Daniel D’Apollo Villalba wurden festgenommen. Die Einsatzkräfte stellten außerdem Mobiltelefone, Bargeld und eine digitale Waage sicher.

In einem davon unabhängigen Gerichtsverfahren gewährte ein Gericht in Luque dem früheren paraguayischen Nationalspieler Julio César Manzur Hausarrest mit elektronischer Überwachung. Die Maßnahme kann erst umgesetzt werden, wenn Kautionen von mehr als 3,6 Milliarden Guaraní hinterlegt sind und die elektronische Fußfessel aktiviert ist. Gegen Manzur läuft ein Verfahren, nachdem 2025 6,55 Kilogramm Crack-Kokain beschlagnahmt worden waren. Staatsanwältin Andrea Ríos widersprach der Entscheidung und verwies auf Fluchtgefahr sowie den für den 8. September angesetzten Prozess.

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Quellen (8)

Aktualisiert: 02.08.2026, 01:27