Der Präsident des südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol, Alejandro Domínguez, sieht sich einer internen Ethikanzeige ausgesetzt, weil er angeblich Millionen von Dollar aus Geldern erhalten haben soll, die im Zuge des FIFAGate-Skandals zurückgeholt wurden, der den Weltfußball 2015 erschütterte. Die Information wurde von der Zeitung The New York Times veröffentlicht, die sich auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berief.
Der Anzeige zufolge, die vor über einem Jahr beim Ethikkomitee der FIFA eingereicht wurde, sollen Domínguez und ein weiterer hochrangiger Conmebol-Mitarbeiter, dessen Name nicht genannt wurde, mehr als 5 Millionen Dollar aus Beträgen erhalten haben, die der Verband zurückerhielt, nachdem er in Korruptionssystemen verlorene Summen zurückfordern konnte. Das Geld soll von Bankkonten abgehoben worden sein, die unter der Kontrolle ehemaliger Conmebol-Mitarbeiter standen, die in den FIFAGate-Skandal verwickelt waren.
Domínguez, der auch einer der acht Vizepräsidenten der FIFA ist, übernahm 2016 die Conmebol-Präsidentschaft, nachdem sein Vorgänger, der Paraguayer Juan Ángel Napout, im Zuge des Skandals verhaftet und verurteilt worden war. FIFAGate führte zu einer globalen Krise im Fußball, in die mehr als 40 hochrangige Funktionäre verwickelt waren, hauptsächlich aus den Verbänden Concacaf und Conmebol.
Die US-Regierung brachte den Fall 2017 vor Gericht, was zu prominenten Verurteilungen führte, darunter die von Napout und dem Brasilianer José María Marín. 2020 erhob das US-Justizministerium neue Anklagen gegen die Firma Full Play Group und andere, denen vorgeworfen wurde, Bestechungsgelder für Übertragungsrechte der Copa Libertadores gezahlt zu haben.
Die Anzeige gegen Domínguez wird nur einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 bekannt, die in Mexiko, Kanada und den USA ausgetragen wird. Die FIFA, so The New York Times, ist über die Anschuldigung informiert, hat sich aber noch nicht offiziell dazu geäußert.