Produktionssektor warnt Außenminister vor EU-Risiken für paraguayische Soja

Vertreter des paraguayischen Produktionssektors warnten Außenminister Rubén Ramírez Lezcano vor den Risiken des ILUC-Regulierungsvorschlags der Europäischen Union, der Sojaöl als nicht nachhaltigen Biokraftstoff einstuft und durch die Missachtung der lokalen Gegebenheiten die nationalen Exporte bedroht.

Setor produtivo alerta chanceler sobre risco da UE à soja paraguaia
Setor produtivo alerta chanceler sobre risco da UE à soja paraguaia

Vertreter der Unión de Gremios de la Producción (UGP), der Cámara Paraguaya de Exportadores y Comercializadores de Cereales y Oleaginosas (Capeco) und der Federación de Cooperativas de Producción (Fecoprod) trafen sich am Mittwoch mit Außenminister Rubén Ramírez Lezcano, um ihre Besorgnis über neue Beschränkungen der Europäischen Union (EU) zum Ausdruck zu bringen. Das Treffen im Außenministerium konzentrierte sich auf die potenziellen Auswirkungen eines regulatorischen Vorschlags, der Sojaöl als nicht nachhaltigen Biokraftstoff einstuft.

Die Beunruhigung des produktiven Sektors rührt von der als ILUC (Indirekte Landnutzungsänderung) bekannten Verordnung her, einem von der Europäischen Kommission am 13. April vorgelegten Entwurf. Die Maßnahme zielt darauf ab, Rohstoffe mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen zu kategorisieren, was dem Ruf und der Marktposition des gesamten paraguayischen Sojakomplexes auf dem internationalen Markt schaden könnte – weit über die Auswirkungen auf industrielle Nebenprodukte hinaus.

Héctor Cristaldo, Präsident der UGP, warnte, dass die europäische Initiative die lokale Realität ignoriere, indem sie Paraguay ohne fundierte wissenschaftliche Basis als Hochrisikoregion behandle. „Sie stufen Paraguay als ein Land mit hohem Risiko ein, das Dinge falsch macht, ohne unsere Realität zu kennen", so Cristaldo. Dies könne zu einer willkürlichen Diskreditierung der nationalen Produktion führen.

Der Verbandsvertreter betonte zudem, dass solche unilateralen Regelungen den Geist des im vergangenen Januar zwischen dem Mercosur und der EU unterzeichneten Freihandelsabkommens verzerren, das einen der größten Märkte der Welt mit mehr als 700 Millionen Verbrauchern geschaffen hat. Als Reaktion hat der Sektor seine Position durch eine technische Beschwerdenote direkt an die europäischen Behörden übermittelt und arbeitet gleichzeitig in Abstimmung mit dem technischen Team des Außenministeriums daran, Rechtssicherheit für außenwirtschaftliche Transaktionen zu gewährleisten.

Der Vorschlag wird nun zur abschließenden Prüfung an das Europäische Parlament und den Rat der EU verwiesen, die befugt sind, den Text abzulehnen. Das Projekt sieht sich auch innerhalb des europäischen Blocks Kritik ausgesetzt; so empfiehlt etwa Österreich die Ablehnung der Maßnahme, während das Prüfverfahren noch läuft.