Der Rechnungshof (CGR) hat Juan Gregorio Escobar Núñez, dem ehemaligen Stadtrat von Ybycuí und Schwiegervater des Ex-Senators Hernán Rivas, eine Fristverlängerung von 20 Tagen gewährt, um seine Stellungnahme zu Vermögensungereimtheiten vorzulegen. Die Kontrollbehörde hatte sechs vorläufige Beanstandungen im Zusammenhang mit dem Erwerb und dem Bau einer luxuriösen Residenz in Lambaré identifiziert, in der Rivas derzeit lebt.
Escobar und seine Ehefrau, Silvina Franco, sind die im Grundbuch eingetragenen Eigentümer des Anwesens, das in der abgeschlossenen Wohnanlage "Paseo de Los Mangos" liegt. Die zentrale Frage des Rechnungshofs ist die Herkunft der Mittel für den Kauf des Grundstücks, das 2021 auf 748 Millionen Guaranies geschätzt wurde. Die finanziellen Aufzeichnungen des Paares lassen keine entsprechende Investitionsfähigkeit erkennen, da Escobar 2018 lediglich über 45 Millionen Guaranies an liquiden Mitteln verfügte und das gemeinsame Monatseinkommen bei etwa 13 Millionen Guaranies lag. Zudem gibt es keinen Nachweis über einen Kredit zur Finanzierung des Kaufs.
Der Bau der zweistöckigen Villa mit großen Glasfronten, Swimmingpool und Veranstaltungsfläche begann Ende 2022, zu einer Zeit, als Hernán Rivas als Abgeordneter und Vertreter im Richteranklagegericht (JEM) amtierte. Die Bauarbeiten nahmen Ende 2024 wieder an Fahrt auf, als Rivas bereits Senator war, kurz bevor er aufgrund des Skandals um seine mutmaßlich gefälschte juristische Urkunde zurücktrat.
Parallel zum Fall seines Schwiegervaters sieht sich der Ex-Senator selbst einem Verfahren beim Rechnungshof gegenüber, weil er seine Vermögenserklärung nach seinem Amtsaustritt nicht vorgelegt hat, und erwartet eine öffentliche Hauptverhandlung wegen des Vorwurfs der Nutzung einer öffentlichen Urkundenfälschung.
