SENAD greift Düsenjet mit rund 261 kg Premium-Marihuana am Flughafen Luque ab

Das Nationale Antidrogenamt (SENAD) hat am Samstag einen Privatjet aus Miami mit rund 261 Kilogramm Premium-Marihuana abgefangen und mehrere US-Bürger in einem privaten Hangar am internationalen Flughafen Silvio Pettirossi in Luque festgenommen. Die Operation fand im Rahmen des Programms „Colibrí" statt.

Die Nationale Antidrogenbehörde (SENAD) hat am Samstag einen Privatjet aus Miami in den USA mit rund 261 Kilogramm Premium-Marihuana abgefangen und mehrere US-Bürger im Rahmen einer Razzia in einem privaten Hangar am internationalen Flughafen Silvio Pettirossi in Luque festgenommen.

Die Aktion fand im Rahmen des Programms Colibrí statt, einer interinstitutionellen Kooperationsinitiative, an der SENAD, die paraguayische Luftwaffe, die Nationale Zivilluftfahrtbehörde (DINAC), die Steuer- und Zollbehörde DNIT sowie die Nationalpolizei beteiligt sind. Ziel ist die Verstärkung der Kontrollen zur Bekämpfung des Drogenhandels.

Der Erfolg war durch geheimdienstliche Arbeit und Informationsaustausch möglich gewesen, dank derer die Ankunft des Flugzeugs, das zuvor in Panama einen Zwischenstopp eingelegt hatte, aufgedeckt werden konnte. Die Beamten griffen ein, als mehrere Koffer aus dem Jet entladen und in ein Bodenfahrzeug verladen wurden, das einen Zielort in Asunción ansteuerte.

Insgesamt wurden vier Personen festgenommen. Drei von ihnen — Troy Anthony Vásquez (42) aus Florida, David Thomas Wise (58) aus Kalifornien — wobei einige Quellen angeben, er sei 57 Jahre alt — und Marisol Rivas (39) aus New York — wurden wegen internationalen Drogenhandels und unerlaubten Besitzes formell angeklagt. Ein vierter Verdächtiger, Jabari Stephan Brown (21), ein bekannter TikTok-Inhaltsersteller und Co-Pilot des Flugzeugs, wurde festgenommen, aber laut Berichten nicht angeklagt, da er mit den Ermittlern zusammengearbeitet hatte. Alle wurden vor Staatsanwältin Ingrid Cubilla vorgeführt.

Die sichergestellte Droge war eine Premium-Cannabisvarietät aus den USA mit hohem THC-Gehalt. Nach Schätzungen der brasilianischen Bundespolizei könnte die Droge auf dem brasilianischen Markt bis zu 14.000 Dollar pro Kilogramm erzielen, was einen geschätzten wirtschaftlichen Verlust von rund 3,6 Millionen Dollar für die beteiligten kriminellen Organisationen bedeutet.

Pilot und Eigentümer des Jets ist Keith Siilats, ein US-Tech-Unternehmer und Mitbegründer von Bolt Mobility (einem US-amerikanischen Mikromobilitätsunternehmen, das nicht mit der in Paraguay genutzten Bolt-Fahrdienst-App verbunden ist). Er konnte nicht aufgefunden werden und soll Paraguay wenige Stunden vor der Beschlagnahme verlassen haben. Siilats hat in eigenen öffentlichen Erklärungen jegliche Kenntnis der illegalen Ladung bestritten, jedoch wurde diese Aussage nicht unabhängig verifiziert. Das Flugzeug, ein Bombardier Challenger mit dem Kennzeichen N116HL, wurde in dem privaten Hangar beschlagnahmt, in dem es abgestellt war.

Die Ermittlungen ermöglichten zudem die Identifizierung weiterer Besatzungsmitglieder des Flugzeugs, bei denen es sich laut Angaben um US-Bürger und estnische Staatsbürger handeln soll. Die Behörden führen weiterhin Fahndungsmaßnahmen durch, um diese Personen aufzuspüren sowie die für den Transport der Ladung genutzte Logistikstruktur und die möglichen Empfänger der Droge zu ermitteln.

Die Operation wurde in Abstimmung mit Staatsanwältin Ingrid Cubilla durchgeführt. Die Ermittlungen laufen weiter, um den Fall vollständig aufzuklären und alle Verantwortlichen zu identifizieren.

Paraguay ist aufgrund seiner geografischen Lage zwischen Produzenten- und Konsumentenländern als Transitland für den internationalen Drogenhandel bekannt, was Operationen wie diese für den regionalen Kampf gegen den Drogenhandel bedeutsam macht.

Quellen (8)

Aktualisiert: 05.06.2026, 17:09