Senat billigt Gesetz zur Zahlung von Verzugszinsen an Baufirmen unter Verfassungswidrigkeitsvorwürfen

Der Senat hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der es dem MEF erlaubt, etwa 100 Millionen US-Dollar an Verzugszinsen an Baufirmen für verspätete Bauarbeiten zu zahlen. Die Maßnahme, die nun an die Abgeordnetenkammer geht, löste eine heftige Debatte und Kritik von Senatoren aus, die Verfassungswidrigkeit und mangelnde Transparenz bemängeln.

In einer von hitziger Debatte geprägten Sitzung verabschiedete der Senat gestern den Gesetzesentwurf, der es dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) ermöglicht, Baufirmen die Zahlung von Verzugszinsen für nicht innerhalb der vertraglichen Fristen beglichene Zertifikate von Infrastrukturarbeiten zu leisten. Der Text, der eine Teilbilligung erhielt, schätzt den Wert dieser Verzugszinsen auf rund 100 Millionen US-Dollar, bei einer Gesamtschuld der Regierung an die Branche von über 300 Millionen US-Dollar.

Die Initiative, die hauptsächlich von Abgeordneten des Cartismo vorangetrieben wurde, ermächtigt das MEF zudem, Haushaltsanpassungen vorzunehmen, um die ordnungsgemäße Abwicklung der Zahlungen im entsprechenden Geschäftsjahr sicherzustellen. Während der Einzelberatung wurde ein Artikel aufgenommen, der das Inkrafttreten der Regelung ab dem Geschäftsjahr 2026 festlegt.

Die Befürworter des Projekts argumentierten, dass der fehlende fristgerechte Zahlungseingang wirtschaftliche und soziale Spannungen verursacht habe, die Zahlungskette im Bausektor beeinträchtigt und Lieferanten von Vorleistungen, Dienstleistungen und Arbeitskräften – insbesondere kleinere – geschädigt habe. Sie erklärten zudem, dass die Liquiditätsspritze dringend sei, da mehrere Baustellen stillstünden und viele Unternehmen pleitegegangen seien.

Der Vorschlag stieß jedoch auf starken Widerstand. Senator Líder Amarilla (PLRA) beklagte das Fehlen von Daten und Berichten über den Stand der Bauarbeiten und hinterfragte die Zahlung für Projekte ohne Nachweis der Fertigstellung oder sogar der Existenz. Senator Rafael Filizzola (PDP) bezeichnete den Text als „von Anfang bis Ende“ verfassungswidrig und erklärte, der Kongress könne nicht zuvor festgelegte Vertragsbedingungen ändern. „Der Kongress sollte sich zu solchen Dingen nicht hergeben, er ist nicht der Hinterhof der Bürokraten“, erklärte er. Senatorin Yolanda Paredes (Cruzada Nacional) sprach sich ebenfalls gegen die Maßnahme aus.

Der Entwurf wurde zunächst in einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses und dann im Plenum diskutiert. Mit der Verabschiedung im Senat geht der Vorschlag nun zur Prüfung an die Abgeordnetenkammer.