Die Staatsanwaltschaft Paraguays hat Unstimmigkeiten in der Dokumentation der Waren festgestellt, die von einem gepanzerten Fahrzeug des Sicherheitsunternehmens Yrendagüe SA transportiert wurden. Dieses Fahrzeug war am 1. Juli von sogenannten Straßenpiraten in Yataity del Norte überfallen worden.
Der Angriff ereignete sich am Kilometer 310 der Ruta PY08, wo mindestens 15 bewaffnete Männer die Straße mit zwei Fahrzeugen blockierten und zwei weitere als Unterstützung einsetzten. Sie schossen mehrfach auf den Panzerwagen. Dem Fahrer gelang es, ein Ausweichmanöver durchzuführen und zur örtlichen Polizeistation zu fliehen, wo er Zuflucht suchte.
Die Räuber zündeten ein Auto auf der Straße an und ließen zwei Transporter und einen Pick-up zurück, in denen sich Bomben befanden, die jedoch nicht detonierten.
Bei der Überprüfung stellten Polizisten und Mitarbeiter der DNIT (Dirección Nacional de Ingresos Tributarios, Paraguays Steuer- und Zollbehörde) fest, dass das Fahrzeug 59 Kartons transportierte, nicht wie zunächst angenommen Geld. Die Mitarbeiter von Yrendagüe gaben an, für den Transport von der Paketdienstfirma Cometa del Amambay SA beauftragt worden zu sein.
Beim Öffnen der Kartons wurden High-End-Smartphones wie iPhone, Xiaomi, Redmi, Infinix und Poco gefunden, sowie Abnehmmedikamente auf Tirzepatida-Basis, Anabolika, Gesichtscremes und Parfüms verschiedener nationaler und internationaler Marken.
Unter den pharmazeutischen Produkten befanden sich TG Tirzepatida Injektionslösungen von Indufar, Lipoless Tirzepatida von Eticos, IGF-1L3 des chinesischen Herstellers ZPHC, Stanozoland von Landerlan, Primobolic des indischen Unternehmens Cooper Pharma Limited und Retatrutide, angeblich von der britischen Firma Synedica.
Der offizielle Bericht wies darauf hin, dass die Produkte "weder die erforderliche Begleitdokumentation besaßen noch die Voraussetzungen für den Transport erfüllten", insbesondere die Medikamente, die informell und fahrlässig ohne die obligatorische Kühlkette transportiert wurden.
Auf Anordnung des Staatsanwalts Cristian David González Ayala wurden alle Waren beschlagnahmt und in das DNIT-Lager in Mariano Roque Alonso verbracht. Die Steuerbehörde wird nun die Dokumentenprüfung durchführen, um der Staatsanwaltschaft die spezifischen Unregelmäßigkeiten mitzuteilen.
Vorläufig werden Straftaten wie Schmuggel, Steuerhinterziehung, Handel mit nicht zugelassenen Arzneimitteln und möglicherweise kriminelle Vereinigung untersucht. Die strafrechtliche Verantwortung könnte sowohl die Verantwortlichen von Yrendagüe SA als auch von Cometa del Amambay SA treffen.
