Der Stadtrat von Asunción hat zwei Vorentwürfe genehmigt, die nach einer Sonderregelung den Bau von Hochhaustürmen mit 11 und 18 Stockwerken in den Wohnvierteln Virgen del Huerto und Las Lomas ermöglichen. Die Projekte, die von der Kommission für Planung, Städtebau und Raumordnung gebilligt wurden, erlauben eine um 40 Prozent größere Bebauungsfläche als in der Zone eigentlich vorgesehen.
Stadtrat Pablo Callizo lehnte das 18-stöckige Projekt in Las Lomas ab, das zwischen den Straßen Molas López, San Martín und Aviadores entstehen soll. Er erklärte gegenüber Última Hora, die im Flächennutzungsplan vorgesehene Ausnahme sei längst zur Regel geworden: Jährlich würden bis zu sieben solcher Projekte als Höchstzahl genehmigt, oft ohne ausreichende technische Kriterien. Callizo warnte, der neue Turm entstehe im Herzen eines bereits überlasteten Gebiets, in der Nähe des Einkaufszentrums Shopping del Sol, wo Verkehr und Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen.
Auch die Stadträtinnen Paulina Serrano und Rosanna Rolón sowie Stadtrat Álvaro Grau äußerten sich kritisch. Grau stellte die Sonderregelung selbst infrage und erläuterte der Zeitung, die Vorteile würden ungleich verteilt, Wohnraum verteuert und Investoren begünstigt, ohne dass die Stadt eine klare Gegenleistung erhalte. Als Beispiel nannte er ein Projekt an der Avenida Mariscal López und San Martín, das für 15 Stockwerke genehmigt wurde, schließlich aber 39 Stockwerke umfasste.
Grau betonte, dass 85 Prozent der Straßen Asuncións ihre Nutzungsdauer überschritten hätten – mit zusammengebrochenen Entwässerungssystemen, niedrigem Wasserdruck und chaotischem Verkehr. Diese Probleme verschärften sich durch neue Hochhausprojekte. Keiner der genehmigten Beschlüsse enthielt konkrete Auflagen, die die Begünstigten erfüllen müssten, um die Sonderregelung in Anspruch zu nehmen.
Ein drittes Projekt für einen 25-stöckigen Turm im Stadtteil Recoleta wurde nach einem Antrag von Callizo mit zehn Gegenstimmen abgelehnt. Der Stadtrat begründete dies damit, dass das Gebiet zwar gewerblich genutzt werde, eine so hohe Bebauungsdichte aber nicht trage, da es sich innerhalb eines Wohnviertels und nicht an einer Hauptverkehrsstraße befinde.
Die Genehmigungen zeigen den Konflikt in Asunción zwischen Immobilienentwicklung und Infrastrukturkapazität. Abgeordnete warnen, dass die systematische Gewährung von Ausnahmen den städtischen Chaos verschärft, ohne der Bevölkerung klare Vorteile zu bringen.
