Streit über den Ursprung der Chipa verschärft Spannungen zwischen Paraguay und Argentinien; Behauptung bleibt unbelegt

Eine Veröffentlichung, die Argentinien den Ursprung der Chipa zuschreibt, hat den Kulturstreit mit Paraguay neu entfacht. Die Behauptung über Vorläufer in Itatí in der Provinz Corrientes ist angesichts von Überlieferungen guaranischer Zubereitungen und der offiziellen Anerkennung der Chipa als paraguayisches Nationalgericht jedoch weiterhin unabhängig nicht belegt.

Streit über den Ursprung der Chipa verschärft Spannungen zwischen Paraguay und Argentinien; Behauptung bleibt unbelegt

Eine Veröffentlichung, die Argentinien den Ursprung der Chipa zuschreibt, hat den alten Kulturstreit mit Paraguay neu entfacht. Der Beitrag des aus Formosa stammenden Mediums Sala de Prensa Formoseña behauptet, Vorläufer der Zubereitung seien in Itatí in der Provinz Corrientes entstanden, und verweist auf Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1528 zurückreichen sollen. Diese Angaben wurden jedoch nicht unabhängig bestätigt.

In dem Beitrag wird Griselda Aquino, Architektin sowie Kultur- und Umweltmanagerin, zitiert. Ihr zufolge soll der Seefahrer Sebastián Gaboto im Gebiet von Itatí Mbeju vorgefunden haben, eine uralte Zubereitung aus Maniokmasse, tierischem Fett und Wasser, die auf Keramik gebacken wurde. Die vorgestellte Hypothese lautet, dass die spätere Zugabe von Eiern und weiteren europäischen Zutaten zur heute als Chipa bekannten Form beigetragen habe.

Die Veröffentlichung löste in den sozialen Netzwerken heftige Reaktionen von Paraguayern aus, die die Chipa als nationales Symbol beanspruchten. Die Debatte betrifft eine kulinarische Tradition, die in einer historisch eng mit der guaranischen Kultur verbundenen Region geteilt wird. Deshalb lässt sich der Ursprung der modernen Zubereitung nur aufgrund einer einzelnen Veröffentlichung oder historischer Verweise, die bislang nicht vollständig vorgelegt wurden, schwer einem einzigen Gebiet zuordnen.

Das paraguayische Nationale Institut für Ernährung und Nahrungsmittel (INAN), eine dem Ministerium für öffentliche Gesundheit zugeordnete Behörde, die Ernährungspolitik berät, erklärte in einem am 30. März 2021 veröffentlichten Material, die guaranischen Carios hätten bereits während der Kolonialzeit ein brotähnliches Stärkeprodukt zubereitet, das mit dem Mbujape in Verbindung gebracht wird. Dieser Hinweis stützt die Existenz indigener Vorläufer der Chipa im paraguayischen Raum, schließt jedoch nicht die Möglichkeit von Varianten und verwandten Zubereitungen in anderen Gebieten der Region aus.

Das paraguayische Recht verleiht der Chipa offizielle Anerkennung: Das Gesetz Nr. 5267/2014 erklärte sie zum Nationalgericht Paraguays. Außerdem wurde die Zubereitung vom Nationalen Kultursekretariat als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Diese Beschlüsse legen ihren kulturellen und institutionellen Status in Paraguay fest, sind für sich genommen jedoch kein abschließender Beleg für den historischen Ursprung aller verwandten Rezepte.

Die aktuelle Kontroverse vermischt daher nationales Kulturerbe, guaranische Erinnerung und Deutungen kolonialer Dokumente. Solange die genannten historischen Aufzeichnungen und unabhängige Bewertungen nicht vorgelegt werden, ist die Behauptung, „die Chipa ist argentinisch“, als unbelegt zu behandeln und nicht als gesicherte historische Schlussfolgerung.

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Quellen (2)

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