Studie weist auf Verkauf von Kursen und Beförderungen innerhalb der Nationalpolizei Paraguays hin

Eine siebenjährige ethnografische Studie hat angebliche Netzwerke zum Verkauf von Kursen, Zertifikaten und Beförderungen innerhalb der Nationalpolizei Paraguays aufgedeckt, bei denen Ausbildungs- und Aufstiegsverfahren zu wirtschaftlichen Transaktionen umfunktioniert würden.

Studie weist auf Verkauf von Kursen und Beförderungen innerhalb der Nationalpolizei Paraguays hin
KI-generierte Illustration.

Eine über sieben Jahre durchgeführte ethnografische Studie hat angebliche Netzwerke des Handels mit Kursen, Zertifikaten und Vergünstigungen innerhalb der Nationalpolizei Paraguays aufgedeckt. Die vom promovierten Kriminologen Juan Martens geleitete Untersuchung weist auf die Existenz informeller Verhandlungsmechanismen hin, die die Ausbildung und den Karriereaufstieg der Beamten beeinflussen würden.

In einem Interview mit dem Sender 1080 AM erklärte Martens, dass eine interne Logik festgestellt wurde, bei der administrative und Ausbildungsprozesse zu Räumen des wirtschaftlichen Austauschs würden. "Bei der Polizei hat alles seinen Preis, oder wenn es keinen gibt, erfinden sie einen", so der Experte, der damit ein Phänomen beschreibt, das er als strukturell betrachtet.

Der Kriminologe erläuterte, dass für den Aufstieg von Unteroffizieren ein System parallel zu den offiziellen Kursen entstanden sei. In diesem Schema würden einige Verantwortliche "Komplettpakete" anbieten, die die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen, die Anfertigung der praktischen Arbeiten und die Erfüllung aller Anforderungen beinhalten, ohne dass der Polizist tatsächlich anwesend sein müsse. "Das Komplettpaket beinhaltet, die Kurse nicht zu besuchen, die Anwesenheit eingetragen zu bekommen, die praktische Arbeit erledigt zu bekommen und sich nur am Tag der Abschlussfeier präsentieren zu müssen", erklärte Martens.

Diese Praktiken beschränkten sich nicht auf eine einzige hierarchische Ebene, sondern erstreckten sich über mehrere Instanzen der Institution, einschließlich der Zuweisung von Funktionen an Grenzkontrollposten und anderen operativen Aufgaben. Martens stellte die Rolle des Hochschulinstituts für Polizeiausbildung (ISEP), das Universitätsstatus besitzt, in Frage und argumentierte, dass das Fehlen wirksamer Kontrollen die Verfestigung dieser Unregelmäßigkeiten ermögliche.

In der Folge warnt die Studie vor der Ausbildung von Polizisten, die zwar Titel und Zertifikate besitzen, aber nicht die notwendigen Kompetenzen, um die Funktionen auszuüben, die diese Dokumente bescheinigen. Die Untersuchung, die unter Mitarbeit von anonym bleibenden Polizeikräften durchgeführt wurde, zielt darauf ab, Probleme aufzuzeigen, die die Professionalisierung der Polizei und das Vertrauen der Bevölkerung in die öffentliche Sicherheit untergraben.

Quellen (1)

Aktualisiert: 14.07.2026, 01:30