Technologie wird zentral für die Wettbewerbsfähigkeit des paraguayischen Agrarwirtschaftssektors

Die paraguayische Agrarwirtschaft setzt auf Technologien wie Präzisionslandwirtschaft, Drohnen und künstliche Intelligenz, um die Effizienz und Produktivität zu steigern, und stellt sich dabei Herausforderungen wie Kosten und Infrastruktur.

Technologie wird zentral für die Wettbewerbsfähigkeit des paraguayischen Agrarwirtschaftssektors
KI-generierte Illustration.

Technologie ist im paraguayischen Agrarsektor nicht länger nur eine Ergänzung, sondern hat sich zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor entwickelt. In einem Umfeld von Klimavariabilität, steigenden Kosten und dem Druck zur Nachhaltigkeit setzen Erzeuger zunehmend auf digitale Tools, um Entscheidungen zu optimieren und die Effizienz auf dem Feld zu steigern.

Konzepte wie Präzisionslandwirtschaft, Satellitenüberwachung, Drohnen, Sensoren und künstliche Intelligenz sind Teil dieses Wandels, der sowohl in der extensiven Landwirtschaft als auch in anderen Bereichen voranschreitet. Das Ziel ist es, mehr zu produzieren, Ressourcen besser zu nutzen und Risiken zu verringern.

Santiago Bertoni, ehemaliger Landwirtschaftsminister und derzeitiger Berater des Verbands der Produktionsverbände (Unión de Gremios de la Producción, UGP), erklärt, dass dieser Prozess seine Wurzeln in der massiven Einführung der Biotechnologie zu Beginn des Jahrhunderts hat. "Erst die Biotechnologie ermöglichte den Aufschwung der paraguayischen Landwirtschaft. Wir sind von einer Produktion von etwa 3 Millionen Tonnen vor zwei Jahrzehnten auf rund 10 Millionen Tonnen heute gekommen", so Bertoni.

Die technologische Entwicklung umfasst heute GPS- und Spurführungssysteme für Traktoren, Ertragsmessgeräte in Mähdreschern und die teilflächenspezifische Ausbringung von Betriebsmitteln entsprechend den Eigenschaften jedes Feldstücks. Diese Werkzeuge generieren Echtzeitdaten, ermöglichen präzisere Eingriffe und reduzieren Verschwendung. "Die Produktionseffizienz ist für Paraguay entscheidend. Und diese Effizienz erreicht man nur mit Wissen und dem Einsatz von Technologie", betonte Bertoni.

Drohnen und satellitengestützte Überwachungssysteme ergänzen die Arbeit, indem sie die Beobachtung des Pflanzenwachstums, die Messung der Bodenfeuchtigkeit, die Bewertung der Pflanzendecke und die frühzeitige Erkennung von Problemen ermöglichen, bevor sie wirtschaftliche Verluste verursachen. Die Verfügbarkeit von Klimadaten ist ebenfalls strategisch wichtig für die Planung von Aussaat und Ernte.

Im Gartenbau zeigt sich der Fortschritt in der Automatisierung von Bewässerungssystemen und dem Einsatz von Sensoren zur Messung von Umweltfaktoren. Edgar Frutos, Fachmann der Direktion für Agrarentwicklung (Dirección de Extensión Agraria, DEAg) des Landwirtschaftsministeriums, erläuterte, dass Erzeuger zunehmend automatisierte, sensorgesteuerte Systeme übernehmen. "Der Einsatz von Sensoren ermöglicht bessere Entscheidungen und eine Optimierung der Ressourcen. Heute können wir je nach tatsächlichem Zustand der Kultur festlegen, ob fünf oder zwanzig Minuten bewässert werden muss", so Frutos.

Das Ministerium arbeitet auch an Projekten, die multispektrale Drohnen und Satellitenmonitoring für die Früherkennung von Krankheiten einsetzen, um einzugreifen, bevor Schäden mit bloßem Auge sichtbar sind. Frutos betonte, dass die Technologie angesichts von Phänomenen wie El Niño, die das phytosanitäre Risiko erhöhen, entscheidend ist.

Trotz der Fortschritte bestehen Herausforderungen. Die hohen Anschaffungskosten sind nach wie vor eine Hürde, insbesondere für Kleinbauern, obwohl Experten darauf verweisen, dass sich die Werkzeuge mit der Zeit durch höhere Erträge amortisieren. Mangelhafte Infrastruktur, wie fehlende Konnektivität, unzuverlässige Stromversorgung und schlechte Straßen, limitiert ebenfalls die flächendeckende Einführung in einigen Regionen.

Die künstliche Intelligenz erscheint als nächster Schritt mit dem Potenzial, die großen Datenmengen aus Sensoren, Drohnen und Satellitenbildern zu verarbeiten und so schnellere und präzisere Entscheidungen zu unterstützen. Der Trend zu einer zunehmend datenbasierten, kontinuierlich überwachten und digital analysierenden Branche hat sich bereits gefestigt.

Quellen (1)

Aktualisiert: 07.07.2026, 01:30